Victimizer – Tales Of Loss And New Found Serenity

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So richtig von Erfolg gekrönt war die Geschichte von VICTIMIZER bisher ja nicht. Die niederländische Böllertruppe wurde bereits 1996 gegründet, hat aber vor 2002 nie wirklich was veröffentlicht. Seither gab es dann insgesamt ein Demo (2002), das Debütalbum von 2003 und eine EP (2007), die allesamt in Eigenproduktion erschienen. Eigentlich ein Jammer, wenn man das zweite Album „Tales Of Loss And New Found Serenity“ anhört, das nun glücklicherweise über Deity Dawn Records erschienen ist. Denn die gute dreiviertel Stunde der Langrille ist brutaler, wie gleichzeitig auch griffiger und stellenweise atmosphärischer Krach von hoher Qualität!

Direkt der Opener „For What Matters Now“ brettert so derb aus den Boxen, wie er auch mit seinem catchy Leadgitarren im Gehör bleibt. Viele Grundideen könnten locker von Hate Eternal stammen, werden aber immer wieder durch melodische Leads, Soli und Klangteppiche der Marke Dissection zu einer sehr eigenständigen Mischung erweitert. An manchen Stellen klingen vielleicht auch Einflüsse von Suffocation oder Dark Funeral durch, wie die Mischung aus Brutal Death Metal mit eingängiger, melodischer Seite heute immer einen leichten Decrepit Birth-Beigeschmack hat. Doch insgesamt haben sich VICTIMIZER ein nettes, eigenes Süppchen gekocht, das eigentlich keiner Vergleiche bedarf um sofort zu zünden und auf lange Zeit zu fesseln!

Durch die fast schon gegenläufigen Komponenten aus brutaler Härte, mitreißendem Groove und bittersüßen Melodien gestalten sich die Lieder auf „Tales Of Loss And New Found Serenity“ entsprechend abwechslungsreich. Vom epischen „Reunited For Eternity“ (acht Minuten lang) mit geilem (fast schon Blues-artigen) Vibe, der direkt in den Nacken geht über die thrashende Walze „To Preserve From Percipice“ (mit Suffocation Touch) zum brutalen „Left Unsung“ oder dem eher rockigen „Feeding The Rats„, das leider nicht ganz auf der Höhe der anderen Lieder spielt, liefern VICTIMIZER eine wirklich breite Palette ab, die ein kleines Fest für den Fan von brutalen aber melodischem Death Metal bietet!
Hoffentlich bekommt die Truppe die Aufmerksamkeit, die sie verdient und braucht bis zur nächsten Scheibe nicht wieder 7 Jahre!

[rating:5]

Infos:
Deity Dawn Records – 04.10.2010
CD – 8 Lieder / 45:23 Min.