Svart Crown – Witness The Fall

 , , , , , , ,

Wir haben Ende November, die Tage sind kurz und gestern fiel der erste Schnee. Unwirtlich, dieses düster-kalte Wetter dort draußen. Die Heizung in meiner Wohnung ist gleichsam nutzlos, wie auch meine Lampen nicht mehr Helligkeit in meine Räumlichkeiten bringen mögen. Der Grund ist weniger technischer Natur, als viel mehr das Resultat von SVART CROWNs „Witness The Fall„! Dieses grimmig-finstre Teil läuft hier schon seit ein paar Tagen auf Dauerrotation. Und ich befürchte beinahe, dass der Raureif an meinen Fenstern daher rührt!

Der Hörer wird hier wahrlich Zeuge des Niedergangs! „Where The Light Ends“ eröffnet als letzte, für sich sprechende Warnung an die zarten Geister dort draußen die folgende dreiviertel Stunde frostiger Hölle. Zwischen Immolation und ihren Landsleuten Deathspell Omega sind SVART CROWN ein weiterer Beweiß, dass die interessantesten und hasserfülltesten Düsterkapellen mittlerweile aus Frankreich kommen! Dabei orientiert sich SVART CROWN zwar deutlich stärker am Black Metal, zeigt aber neben seiner Vorliebe für die New Yorker Königer der Finsterniss auch hier und dort mal andere Einflüsse aus dem Death Metal. „Nahast The Temptator“ zeigt durch seine infernalischen und dissonanten Kontraste zwischen ruhigen, verstörenden Sounds und derben Geballer auch leichte Parallelen zu Ulcerate auf dem Schwarzmetall-Trip; ein grandios böses Meisterwerk! Doch dem steht der Großteil auf „Witness The Fall“ in nichts nach! Hasserfüllt und brutal wird auch in „Dogs Of Gods“ mit der Dynamik gespielt, oder eine unheilvolle und absolut dichte Atmosphäre mit hypnotischen Elementen in „An Eternal Descent“ erzeugt. Es geht in der Tat hinab, spätestens mit „Of Sulphur And Fire“ ist die Spirale in die absolute Dunkelheit vollends durchlaufen! Der Weg dahin war stark unterkühlt, unwirtlich und absolut misanthropisch. So brutal, wie hier die unheilige Allianz zwischen hartem Death Metal und nihilistischem Black Metal zelebriert wird, ist „Witness The Fall“ kein Album für jedermann! Doch wer die Arbeiten der genannten Deathspell Omega und der großen Immolation zu schätzen weiß, wird gerne diesen Winter mehr in seine Heizkosten investieren! Denn SVART CROWN zaubern euch die dunkelsten Eisblumen auf eure Raufaser!

[rating:5.5]

Infos:
Listenable Records – 25.10.2010
CD – 10 Lieder / 46:03 Min.