Stench – In Putrescence

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STENCH könnte man als Projekt verstehen. Denn eigentlich handelt es sich hier um Jonathan und Jonka an Gitarre und Schlagzeug, die ebenfalls bei Tribulation spielen, ergänzt durch Micke am Gesang. Doch auch, wenn ich eigentlich Projekt-Bands nicht so recht mag, sind mir STENCH vom ersten Ton auf „In Putrescence“ sowas von sausympathisch!

Vorweg: Der Sound ist absolut anders, als bei Tribulation! Es gibt keinen geradlinigen Death Thrash Metal, sondern viel mehr als Basis alten, ziemlich puristischen Death Metal ergänzt mit angeschwärztem Gesang und Melodieverständis und ordentlich Groove aus dem Grindcore. Vom gesamten Grundvibe sind STENCH Jigsore Terror ziemlich ähnlich. Alleine vom dicken Groove und einigen Akzenten, hätte ich hier fast wieder eine neue Spielwiese von Adde Mitroulis vermutet! Für mich ein deutlicher Pluspunkt an „In Putrescence„, denn das räudige Feeling verschaft dem Teil einen ganz besonderen Charme! Natürlich spielt da auch der Sound einen gewissen Teilaspekt. Denn hier wird auch wieder dem Purismus gefröhnt, schön rumplig klingt es und gerade der Bass scheppert fast schon erfrischend aus den Boxen.
Besagter Groove und genanntes, räudiges Feeling werden nun hervorragend von den teilweise krude-verspielten Riffs zu einer dreckigen Atmosphäre ergänzt. Manchmal klingt es etwas nach den infernalischen Zirkus-Melodien von Dark Funeral, dann ist man trotz allem gepflegten Minimalismus doch wieder etwas verspielter und erschafft sich eine eigene Identität. Und so funktionieren STENCH sowohl in ihren Böllersongs „The Blackness“ oder „Face Of Death„, wie auch in den eher im Midtempo angesiedelten und auf Stimmung bedachten „Ghosts“ oder „Drenched In The Light„.

Die Musik wird dann noch weiter durch ein hinterstehendes Konzept abgerundet: Ich finde das Cover schon mal sehr ansprechend, wie auch die Unterteilung der CD in zwei „Teile“. Dabei greift „The One Who Rot“ am Ende wieder das Eröffnungsthema von „The Blackness“ – und schließt den Kreis damit schön. In Einer Zeit, wo viele nur noch in MP3s und einzelnen Songs denken, erfreut mich diese Ganzheitlichkeit!

Nicht zuletzt auf Grund dieser ziemlich einmaligen Mischung aus allen Teilaspekten bieten STENCH mit „In Putrescence“ ein herausragendes Debütalbum. Sicher, es wird Vorwürfe geben. Die Band sei zu puristisch, krude, dreckig, oldschool, sie scheppert zu sehr, die Hauptband der Mitglieder sei besser, morgens ist es kälter als draußen… Doch alles in allem macht STENCH damit alles richtig, was Death Metal ausmacht: Modrige Musik mit Schmutz, Ecken und Kanten, die sich einen Scheißdreck um die Meinung anderer kümmert!

[rating:6]

Infos:
Agonia Records – 03.11.2010
CD – 8 Lieder / 31:00 Min.