Soul Demise – Sindustry

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Die deutschen At The Gates-Fans Nummer eins melden sich wieder zurück. Gerade mal ein Jahr nach „Acts Of Hate“ böllern uns SOUL DEMISE ihr mittlerweile fünftes Full-Length um die Ohren! Doch ein bisschen mehr Zeit hätte man sich ruhig für „Sindustry“ lassen können. Natürlich nicht wieder vier Jahre wie zwischen dem genialen „Blind“ und der gleichsam fetzenden Nachfolger. Aber eben doch ein bisschen mehr, denn man hört „Sindustry“ schon irgendwo an, dass sich die Songs nicht richtig entwickeln und reifen konnten!

Zwar spielen SOUL DEMISE immer noch ihr typisches Ufta mit äußerst melodischen und griffigen Goetheburg-Riffs, wie man sie von der Band kennt und liebt. Doch oft fehlt ein wenig das Feuer, was gerade die Vorgänger-Alben so interessant gemacht hat. „The Pawn“ zum Beispiel, die Blastbeats und Spannungsbögen funktionieren 1a. Doch der Rest klingt etwas lieblos.
An anderen Stellen wieder dürfen sich die Songs nicht richtig entfalten und klingen dadurch auch etwas holprig. Es kommt mir so vor, als ob jeder Part in „Cerebral Bore“ maximal zwei Mal gespielt wird, bevor in Riffing und Rhythmus gewechselt wird; die Nummer läuft nicht richtig rund. Und aus gleichem Grund wirken der eigentlich ganz brauchbare Opener „Deathless“ oder „Module Of The Beauty“ etwas zu durchwachsen. Das kennt man eigentlich gar nicht von den Bayern!
Aber man darf auch aufatmen! Gänzlich verlernt haben es SOUL DEMISE doch nicht. „Torn Apart“ oder „Nature’s Bullhead“ klingen genau so, wie man es von den alten Scheiben kennt!

Doch vielleicht mache ich „Sindustry“ gerade schlechter, als es wirklich ist? Eine Hand voll guter Nummern sind ja immer noch drauf vertreten. Dennoch gibt es leider zu viele Nummern, denen es irgendwie am zündenden Funken fehlt. Für Fans von „Beyond Human Perception„, „Blind“ oder „Acts Of Hate“ ist es halt einfach ein kleiner Rückschritt. Schade!

[rating:4]

Infos:
Remission Records – 26.11.2010
CD – 10 Lieder / 35:05 Min.