Murder Construct – Murder Construct

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Normalerweise bin ich „Allstar“-Projekten gegenüber immer sehr skeptisch. Häufig ist hinter dem beliebten Name-Dropping nur heiße Luft, wenn der Tonträger erstmal in der Anlage liegt. Ähnliches Gefühl hatte ich auch bei MURDER CONSTRUCT, auch wenn ich hier vergleichsweise hohe Erwartungen in die Namen hinter dieser Grindcore-„Supergroup“ gesetzt hatte: Travis Ryan (Cattle Decapitation), Leon del Muerte (Exhumed, D.I.S., ex-Impaled, ex-Phobia), Kevin Fetus (Watch me Burn, Fetus Eaters), Caleb Schneider (Bad Acid Trip) und Danny Walker (Intronaut, Exhumed, ex-Jesu, ex-Uphill Battle) sind altbekannte Gesichter und haben bisher immer Qualität abgeliefert.

Und schon mit dem ersten Durchlauf der selbstbetitelten Debüt-EP war klar: Meine anfänglichen Bedenken waren ungerechtfertigt, MURDER CONSTRUCT erfüllen die Erwartungen an die hinterstehenden Musiker! Derbe Blastbeats, brutale Riffs, übles Gebrüll und absolut pessimistische Atmosphäre machen „Murder Construct“ zu einem Mörder-Konstrukt!
Natürlich erinnern einige Grinds an Phobia oder der Gesang wie auch einige etwas atmosphärischere Parts lassen deutlich Bezüge zu Travis eigentlicher Band Cattle Decapitation zu. Doch insgesamt ist die Summe der Einzelteile das, was hier ein dreckiges Gesamtbild des Hasses bildet! Teilweise ist das Material wesentlich geradliniger und direkter als es Cattle Decapitation sind, und ist auf jeden Fall schwerer als Phobia oder Exhumed – was nicht zuletzt auch an der drückenden Produktion liegt.
Unheilvoll dissonant und böse brettern „No Saviour„, „Destroy Babylon“ oder „End Of An Error“ einfach alles nieder! Ein wahres Schlachtfest für nihilistische Missanthropen! Um den nuklearen Permafrost nach dem apokalyptischen Inferno von „Murder Construct“ noch mal richtig zu betonen, finden sich auch kalte, fast schon schwarzmetallische Elemente in „Submission„. Ebenso sind stimmungsvollere Passagen und kleine, leicht exotische angehauchte Drum-Pattern nette Einflüsse, die MURDER CONSTRUCT bei genauem Anhören noch abwechslungsreicher machen und mit einer eigenen Identität versehen. Ich bin wirklich mal auf die Full-Length gespannt. Wenn das in ähnliche Richtung marschiert, wie die genannten Songs, dann erwartet uns ein absoluter Killer!

Schnell, brutal und absolut ohne Perspektive, Freunde außerhalb des Genres werden MURDER CONSTRUCT sicher nicht sammeln. Selbst Fans der jeweiligen Hauptbands könnten sich an den Einflüssen durch die anderen beteiligten Bands etwas gestört fühlen. Doch wer sich eine bösartige Mischung aus Grindcore und Death-Grind vorstellen kann, der wird „Murder Construct“ definitiv lieben!

[rating:5.5]

Infos:
Relapse Records – 23.11.2010
MCD – 7 Lieder / 17:49 Min.