Mortiferous Scorn – Masochistic Therapy

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Alexander Oden ist ein absolutes Arbeitstier! Als Ein-Mann-Kapelle hat er nicht nur mit schöner Regelmäßigkeit seit 2007 jedes Jahr ein Album für seine Death Metal Band MORTIFEROUS SCORN veröffentlicht, sondern nebenbei noch diverse andere Solo-Projekte: Black Epiphany (Industrial/Black/Death), Geinazaug (Grindcore/Death Metal) oder The Agony Experiment (Progressive). Und all seine musikalischen Werke bietet er under Alex Oden Music zum kostenlosen Download an: http://alexoden.wordpress.com/

Bei einer Ein-Mann Death Metal-Band denkt man gerade im amerikanischen Raum schnell an diverse Brutal Death Metal Bands wie Insidious Decrepancy, Viral Load oder Putrid Pile. Doch MORTIFEROUS SCORN ist gänzlich anders! Für Death Metal klingen die Songs auf „Masochistic Therapy“ oft sehr atypisch. An manchen Stellen erinnern mich die Riffs etwas an Edge Of Sanity, wobei sie eigentlich nie wirklich danach klingen. Eher klingen manche doch sehr rhythmus-orientierte Passagen nach modernen Hardcore-Interpretationen wie sie Slipknot oder Kittie abliefern (Bevor es nun böses Blut gibt: Ich meine eher von der Herangehensweise, als vom Klang oder der Attitüde!). Natürlich ist Alex Oden aber wesentlich näher am Metal und mag darum auch manche Bezüge zu Sepultura oder Daath zulassen. Doch auch wenn ich hier nun tausend Namen hingeschrieben habe, passt kein direkter Vergleich auch nur annähernd.
MORTIFEROUS SCORN interpretieren den Death Metal ziemlich eigenwillig. Oft darf der Bass in den Vordergrund, die Gitarren setzen lediglich kleine Akzente. Sehr oft ist der Gesang mehr ein hartes Hauchen denn ein wirkliches Brüllen. Oft klingt „Masochistic Therapy“ nicht mal richtig wütend, sondern einfach nur hart – wenn man „The Hand Of God“ mal als Ausnahme sieht, denn hier ist der Gesang wütender, als in den anderen Stücken.
Doch dafür liefert der Multi-Instrumentalist gute Songs, von denen einige sich prägnant im Gehirn installieren! Der Titeltrack läd mit seinen Gangshouts zum Mitsingen ein, „Synthetic Existence“ hat eine schöne Atmosphäre und ist gerade in seiner langsamen Schwere sehr kraftvollen und „Fragile“ rollt einfach nur groovy aus den Boxen. Und so hat eigentlich jeder der Songs nette Elemente, die sowohl beim ersten Durchlauf hängen bleiben als auch bei jedem weiteren wachsen.

Wer sich offen für eigenwillige Interpretationen des Death Metals zeigt, sollte MORTIFEROUS SCORN eine Chance geben! An den Saiteninstrumenten liefert Alex gute und vor allen Dingen songdienliche Arbeit ab und hat den Drum-Computer sehr gut programmiert! Da „Masochistic Therapy“ als kostenloser Download zur Verfügung steht, sollte man dem Enthusiasmus und Engagement hinter Alex Oden Music ohne große Überlegung mal ein Ohr leihen!

[rating:4.5]

Infos:
Alex Oden Music (Eigenproduktion) – 2010
MP3 – 10 Lieder / 39:23 Min.