Ichor – Benthic Horizon

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Da hol mich doch der Klabautermann! Gerade mal ein Jahr nach „The Siege“ hauen uns die Jungspunde von ICHOR bereits ihr zweites Album um die Ohren – nebenbei bemerkt ist es auch das zweite Album innerhalb des zweijährigen Bandbestehens! Und mit „Benthic Horizon“ hat sich die trierer Böllertruppe deutlich in die richtige Richtung entwickelt! Auf dem Debüt war die Band noch sehr in den Ketten des Deathcores und seinen moderner Breakdowns. Eine Schande, denn viele gute, brutale und atmosphärische Ideen wurden durch diese neumodischen Elementen doch stark in ihrer Wirkung begrenzt.
Mit „Benthic Horizon“ ist nun aber alles anders, alles deutlich besser! Angefangen mit einem neuen, genre-typischeren Bandlogo (Szene-Zwänge rocken!!) und dem wohl geilsten Coverartwork 2010 deutet man schon die Entwicklung an: Weniger Breakdowns, mehr Einflüsse aus dem technischen Death Metal machen „Benthic Horizon“ dunkel wie die Tiefsee und so mitreißend die deren Strömungen! Durch einige sehr griffige Melodien und den Wechselgesang zwischen Shouts und Schreien ist immer noch ein leichter The Black Dahlia Murder-Touch an ICHOR. Gerade wenn auch schon mal thrashiges Uptempo wie in „Conquest Of Darkness“ gespielt wird, oder die Leadgitarre einfach einen Ohrwurm wie „Barotrauma“ hinzaubert!
Wenn die Riffs dann technischer und die Atmosphäre unheilvoller werden, „The Depth Within“ „More Victims“ einfordert, dann klingen gleichsam Einflüsse von Hate Eternal oder Decapitated durch. Und der Name Job For A Cowboy darf in Anbetracht der Entwicklung vom Core zu richtigem Metal auch nicht unerwähnt bleiben.
Diese vielschichtige Mischung aus griffigen Melodien, brutalem Riffing mit übelst schnellen Blastbeats, technischen Elementen und modernen Breaks und Rhythmen verpasst ICHOR ein eigenes Profil. Zeitgemäßer und moderner Death Metal mit ausgeprägtem traditionsbewusstsein und Köpfchen! Wenn nun Stakkatos oder Breakdowns verwendet werden, nicht mehr als 08/15 Baustein und auch nicht mehr als Selbstzweck. Songdienlich und in homöopatischer Dosierung wirken die modernen Teile nie nervig oder unpassend, sondern immer ergänzend zum restlichen Song!

ICHOR haben ihren Kurs in die richtige Richtung korrigiert und sich zum heißesten Newcomer im modernen Death Metal entwickelt! Auf „Benthic Horizon“ befinden sich fast ausschließlich Hits auf hohem Niveau und keinerlei Füllmaterial! Wenn man dann noch bedenkt, dass die Band gerade mal zwei Jahre besteht, bin ich wirklich auf das nächste Album gespannt! Solange kann ich die aktuelle Langrille jedem Death Metal Maniac nur wärmstens empfehlen!

[rating:5.5]

Infos:
Bastardized Recordings – 2010
CD – 9 Lieder / 38:15 Min.