Human Filleted – Blunt Force Embludgeonment

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HUMAN FILLETED waren mit ihrem dritten Album „Blunt Force Embludgeonment“ dieses Jahr ein wenig der Geheimtipp im Brutal Death Metal Underground. Doch warum eigentlich? Auf den ersten Anschein gibt es hier doch auch nur stumpfes Getacker ohne Sinn und Verstand und ein paar dicke Slam-Parts, die zu der Hochzeit von Unmatched Brutality bereits ausgelutscht waren.

Doch wer so vorschnell urteilt, hat höchstens „Hooker Cooker“ gehört, denn dieser Track ist in der Tat in den ersten zwei Dritteln etwas stumpf und eindimensional. Doch wenn man „Blunt Force Embludgeonment“ etwas Zeit lässt, entwickelt sich das Teil zu einem kleinen Leckerbissen im Brutal Death Metal. Immer wieder gibt es überdeutliche Passagen, wo die griffige Riff- und Melodie-Verliebtheit zu alten Dying Fetus den Hörer einfach in den Bann ziehen, ohne, dass dieser es recht begründen kann. „Bag Of Meat“ oder „Cum Soaked Autopsy“ sind zwei wunderschöne, äußerst fette Beispiele dafür! Natürlich gibt es hier nicht nur Dying Fetus, sondern auch ein paar richtig dicke Slams, die in der Kombination schon etwas an die erste Infected Malignity (RIP) erinnern – und wenn das mal kein Qualitätsmerkmal ist?
In „Bodily Liquefaction“ geht man mit der Melodik sogar so weit aus dem typischen Brutalo-Sumpf hervor, dass man fast schon den frostigen Hauch norwegischen Black Metals vernehmen kann. Selbst im nachfolgenden Titeltrack fröstelt es noch ein bisschen…
Von fast schon epischen Ausmaßen geprägt und mit vielen Elementen ist das abschließende „Redued To Pulp“ fast ein exemplarisches Aushängeschild für „Blunt Force Embludgeonment“. Voller Kurzweile und Abwechslung offenbart sich dem Hörer, der nicht oberflächlich urteilt, Brutaler Death Metal, der trotz aller Trademarks des Genres doch ein bisschen mehr Tiefgang besitzt. Mal melodisch, oft catchy, sehr oft groovy und immer brutal.
Alles in allem gute Gründe, warum „Blunt Force Embludgeonment“ in die gepflegte Sammlung Guttural-Krach gehört und sich von dem unüberschaubaren Haufen der Kollegen abhebt!

Leider leidet das Album ein wenig unter dem Sound, der irgendwie nicht so ganz das gelbe vom Ei ist. Mir sind die Gitarren zu bissig, der Gesamtsound zu drucklos. Darum braucht man vielleicht auch ein paar Durchläufe, bis die Scheibe so richtig zündet. Doch dann knallt es so ordentlich, wie die Fehlzündung bei einem alten Lanz Bulldog!
Fans alter Dying Feuts, Devourment oder Infected Malignity sollten schleunigst den Verkäufer ihrer Wahl konsultieren, um an dieses Undergrundschätzchen zu kommen!

[rating:5]

Infos:
Sevared Records – 2010
CD – 10 Lieder / 38:13 Min.