Evocation – Apocalyptic

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Spätestens seit dem Debütalbum „Tales From The Tomb“ (2007) sind EVOCATION wohl in aller Munde als große Hoffnung des schwedischen oldschool Todesstahls. Nicht ganz zu unrecht, war das erste Full-Length nach laaanger, langer Pause doch ein richtig fettes Teil im Stile von Dismember und Entombed, hart aber melodisch, voller griffiger Hits.

Mittlerweile sind wir bei Album Nummer drei angekommen und haben etwas von der Griffigkeit verloren. Bei mir hat es schon ein paar Durchläufe gebraucht, bis „Apocalyptic“ gezündet hat. Dafür hat man an der ein oder anderen Stelle etwas die Epik für sich entdeckt, wenn man mit ziemlich dichten Klangteppichen auch mal etwas mehr Atmosphäre erzeugt. Ja, das Stimmungsmachen haben EVOCATION mittlerweile ziemlich gut raus und erinnern nun hier und dort auch etwas an frühe Dark Tranquillity.
Doch natürlich gibt es auch weiterhin zackiges Ufta, stampfende Midtempo-Grooves und auch schon mal fixes Geböller, wie beispielsweise im zackigen „Curse On The Creature“. Die üblichen Zitate von Dismember und Entombed bilden mit der neuentdeckten, düsteren Atmosphäre ein richtig schönes Gesamtbild!

EVOCATION bleiben sich und ihrem Hang zur alten Stockholm-Schule also immer noch treu, bauen aber auch den eigenen Sound weiter aus festigen ihr Profil in der aktuellen Schwemme von Retro-Bands. Auch wenn das Niveau auf „Apocalyptic“ prinzipiell sehr hoch ist und es keinen wirklichen Ausfall zu verzeichnen gibt, entbehrt es sich aber gleichsam auch der direkten Hits. „Reunion In War„, „Infamy„, „Parasites“ oder auch das eröffnende „Sweet Obsession“ (Dismember lassen sowas von grüßen!) sind zwar hervorragende Songs, können das Album aber als ganzes nicht ganz an das großartige Debüt „Tales From The Tomb“ ranbringen. Im direkten Vergleich gebe ich mir dann doch lieber das Debüt von Entrails (;

[rating:4]

Infos:
Cyclon Empire – 29.10.2010
CD – 10 Lieder / 39:29 Min.