Caliber 666 – Blood Fueled Chaos

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Wow, selten war ein Bandname so selten dämlich, wie aber auch gleichzeitig passend zur Musik! Denn CALIBER 666 sind wirklich ein grobschlächtiges Geschoss im puristischen oldschool Death Metal-Kampf. Man muss kein großer Stratege sein, um die Marschrichtung des Gegners fast genau vorher zu bestimmen: CALIBER 666 kommen aus Stockholm und veröffentlichen ihr Debütalbum gerade über Ibex Moon Records – muffiger oldschool Death Metal steht also auf dem Plan.

Sicher, in der aktuellen Großoffensive durch diverse Bands in dem Genre haben die Schweden keinen großen Überaschungsvorteil. Besonders, wenn aktuell an anderen Fronten von Facebreaker und Evocation gekämpft wird. Doch deren Gebiet wollen CALIBER 666 auch gar nicht einnehmen! Da tendiert man eher in andere, finstere Gefilde. Deutlich angeschwärzt klingt „Blood Fueled Chaos“ teilweise finsterer und infernalischer, als ein Großteil der Gegner. Ein Fluch und ein Segen gleichermaßen! Ein Fluch, da somit die potentielle Angriffsfläche an Hörern deutlich geringer ausfällt, als bei Dismember– und Entombed-Klonen. Ein Segen, weil man doch ein wenig mehr Atmosphäre erzeugt, als die anderen Retro-Reiter. Doch eben nur ein wenig.
Den größten strategischen Vorteil können CALIBER 666 dann rausziehen, wenn der böse Black Metal-Anteil (von Dark Funeral beeinflusst) recht hoch ist. Dann hat man mit „The Killing Fields„, „Black Smoke„, „Let The Blood Flow“ (im übrigen mit Matti Karki von Dismember als Gastsänger), „Serpents Walk“ oder „Morphing“ ein paar richtig ranzige Napalmgranaten am Start! Weniger siegessicher sind hingegen die Nummern, die aus dem fiesen Midtempo auch schon mal in Maschinengewehrgeschwindigkeit ausbrechen wollen, oder den Melodieanteil zu hoch fahren. Mit Songs wie „A Part Of War“ findet man höchstens Fans unter dem Fussvolk. Doch man gewinnt keine unheilige Schlacht!

Für einen Erstschlag haben CALIBER 666 eine nette Fleischwunde hinterlassen. Doch leider keinen kritischen Treffer. Dafür wurde das volle sinistre Potential noch nicht genug ausgereizt, bietet „Blood Fueled Chaos“ noch ein paar Längen zu viel. Wenn man sich aber beim nächsten Album auf das Wesentliche konzentriert, könnten ein netter Klumpen angeschwärztem oldschool Death Metal entstehen, der trotz der vielen parallelen Kampfstätten in dem Bereich doch noch genügend Unterhaltung für eine Tüte Popkorn bietet!

[rating:4]

Infos:
Ibex Moon Records – 16.11.2010
CD – 10 Lieder / 38:13 Min.