Within The Ruins – Invade

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Nun, vieles lässt auf eine weitere fancy Deathcore-Kapelle schließen: Das leicht violett-dominierte CD-Cover, der Dicke-Hose-Schriftzug, die Musiker, alles kurzhaarige Jungens mit zugehakten Armen, geweiteten Ohrlöchern und trendigen T-Shirts. Doch der erste Anschein mag ein wenig täuschen! Sicher, WITHIN THE RUINS machen ordentlich einen auf dicke Hose, die Musik ist verdammt modern und die obligatorischen Breakdowns und Gangshouts dürfen auch nicht fehlen. Dennoch unterscheidet sich „Invade“ von den vielen Deathcore-Kapellen, denen es nur auf ein „sick Blastbeat, Bro'“ ankommt!
Der Melodie-Anteil auf dem Album ist verdammt hoch und sorgt für guten Wiedererkennungswert. Den brauchen die Songs aber auch, denn das zweite Merkmal, was WITHIN THE RUINS aus dem allgemeinen Trendsumpf rauszerrt, sind die progressiven, technisch verschrobenen Songstrukturen. Im Endeffekt eine dicke Mischung aus melodischem Death Metal, Beatdown und Mathcore.
Natürlich muss ich zugeben: Zu Beginn hat mir „Invade“ gar nicht geschmeckt! Ich kann diese mordslangweiligen Breakdowns auf einem einzelnen Akkord absolut nicht abhaben. Doch nach mehrmaligen Hören wurde mir die Qualität von WITHIN THE RUINS doch bewusster. Es ist eben sehr zeitgemäße, aber gleichzeitig verdammt extreme Musik! An manchen Stellen etwas zu sehr auf Beatdown oder Mathcore, dafür an anderen Stellen gut ausgewogen und richtig drückend! „Red Flagged„, „Feast Or Famine„, „Oath“ oder der Opener „Versus“ sind Hymnen der modernen, extremen Metal-Welt. Irgendwo zwischen der Melodik von The Black Dahlia Murder, den verschrobenen Beats von Meshugga oder Ion Dissonance und der Brachialität und dem Zeitgeist der ersten Job For A Cowboy. Und da die Stakkato-Parts nur selten zu nervig werden, kann man auch als Core-Hasser mit gewisser Affinität zur zeitgemäßen Interpretation des Metals gerne mal in „Invade“ reinhören!

[rating:4.5]

Infos:
Victory Records – 27.08.2010
CD – 11 Lieder / 41:04 Min.