Magnus – Acceptance Of Death

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Ich gebe es ja zu, ich habe Vorurteile! Ich bin nicht sonderlich stolz drauf, aber manchmal täuscht mich meine engstirnige Vorahnung doch nicht so sehr. Bestes Beispiel: „Acceptance Of Death“ von MAGNUS aus Polen. Ich denke mir: Eine CD mit einem margenta-farbenen Cover kann doch nichts taugen! Und hör mal da: Ich hatte es doch im Urin!
Sicher, ein paar nette Ideen verbraten MAGNUS schon auf ihrem Comeback-Album nach zig Jahren Bandpause. Doch wie sagt Oma immer so schön: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn – oder trinkt es gerne einen? Den Anschein erwecken MAGNUS nämlich auch, wenn manche Ideen einfach nur noch abgefahren, quasi wie im Vollrausch sind – und das leider nicht im positiven Sinne.
So stehen zum Beispiel das coole und groovige „False God„, das etwas nach Vader auf dem Thrash-Trip klingt im krassen Kontrast zu „They’ll Burry„, das eher an Brutal Truth auf einem ganz üblen Trip erinnert. Und zwischen diesen beiden Extremen finden sich fast alle Abstufungen auf der CD. Von „sicherlich live eine gute Ufta-Tanznummer“ zu „buargh, mach den dissonanten Krach endlich aus“. Ich hatte mal auf einem Festival Zeltnachbarn aus Polen. Als ich mit denen zusammen selbstgemachten Trinkspiritus getrunken habe, hatte ich ähnliche Kullisse in meinem Kopf, wie auf „Acceptance Of Death“ zu hören ist!
Wie gesagt: Nette Ideen birgt das Teil ja, als Basis Thrash Metal mit deutlichem Schlag aus der New Yorker-Ecke, hier was Death, dort was Black aber an keiner Stelle auch nur einen Hauch von Gespür für gute Songs oder wirklich abgedrehte, und dabei noch gute Ideen. Also: Finger fott von der CD! Kauft euch für das Geld lieber eine Flasche Vodka!

[rating:2]

Infos:
Witching Hour Productions – 15.09.2010
CD – 13 Lieder / 38:17 Min.