Godless – Ecce Homo: Post Lux Tenebras, Pulsio XIII Ultima Ratio

 , , , , , ,

Auf jeden Fall haben GODLESS brav ihr kleines Latinum gemacht! Anders könnte ich mir so gemeine Liedtitel wie „Sacrobsolescence: Igneus Sigillum Insurrectio“ oder „Eph‘ heauton epistrephein (Exaltatio Massa Damnata)“ nicht erklären! Mal im Ernst, wie soll man sich solche Namen merken?
Doch auf Simplizität und Prägnanz verstehen sich die Chilenen eh nicht – das ist an dieser Stelle aber positiv gemeint! Abseits von aktuellen Trends orientieren sich GODLESS zwar auch am oldschool Death Metal, erfrischender Weise aber nicht an Skandinavien, sondern an Helden wie Morbid Angel, Incantation, Gorguts oder Immolation. Man kann sich denken: „Ecce Homo“ ist kein Kindergeburtstag!

Die Grundatmosphäre ist düster. Verdammt düster! Morbide und obskur werden alle möglichen Spannungsbögen und Dissonanzen, die die Gitarren offerieren, ausgenutzt. Doch auch das ein oder andere griffige, fast schon „melodische“ Moment findet sich auf „Ecce Homo„. Die Diversität an den Saiten wird wunderbar durch die Variationen in Tempo und Rhythmus gestützt, von groovigem Midtempo, brutalen Blastbeats bis zähen Downtempo-Passagen ist die Spanne weit! Dieser Abwechslungsreichtum sowie der Mut zu einem 17 Minuten-Epos (wenn auch untergliedert in 3 Teile) machen die knapp 46 Minuten dieses Debütsalbums intensiv und heavy. So intensiv und heavy, dass einige Momente sogar fast schon anstrengend wirken! Doch letztendlich ist es erfreulich, dass die CD so viel Tiefgang hat und was vom Hörer fordert.

Ecce Homo: Post Lux Tenebras, Pulsio XIII Ultima Ratio“ ist ungefähr so massenkompatibler Fast-Food-Metal, wie man sich den Titel auf Anhieb aussprechen und merken kann: nämlich gar nicht! Keine Trendanbiederungen, keine netten Melodien, keine auch nur irgendwie massenkompatiblen Elemente. GODLESS machen düsteren Sound für das Fegefeuer, schwer, intensiv und anstrengend. Hier kommt der Tod wieder zurück in den Death Metal! Fans von Ulcerate, Gorguts, Incantation und Morbid Angel sollten unbedingt mal reinhören – doch nehmt euch Zeit, die Musik von GODLESS wächst mit dem Hören!

[rating:5]

Infos:
Bloodharvest Records – 2010
CD – 9 Lieder / 45:58 Min.