Crucifixion – Liquid Fire

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Tendenziell bin ich eher der etwas alternativen, bzw. modernen Variante des Black Metals zugetan. Und wenn eine Band ihre aktuelle EP noch mit einem Sampel aus „Twin Peaks“ beginnt, weckt das weiteres Interesse bei mir! Doch ganz so leicht bin ich doch nicht zu ködern, musikalisch müssen die Trierer CRUCIFIXION auch überzeugen!

Und das schaffen die drei Tracks der aktuellen „Liquid Fire„-EP, die als schöne, schwarze CDr in Vinyl-Optik daherkommt, eigentlich ohne Probleme. Die Songs zeigen sowohl im einzelnen, wie auch im Gesamten die Vielschichtigkeit dieser modernen Black Metal-Band, angefangen bei den relativ progressiven Songaufbauten, kleinen Details wie dem rhythmischen Riffing zu Beginn des Titeltracks, oder dem Mut zu genre-fremden Beats. Upstrokes und Offbeats, eher bekannt aus dem Ska finden sich da genau so wie leicht lateinamerikanisch anmutende Rhythmen. Doch niemals zu vordergründig, immer perfekt in den aktuellen Song integriert.
Die Einflüsse von CRUCIFIXION scheinen manigfaltig. Und das kommt der Musik sehr zu Gute, „The Magistrate“ hat einen leichten Deathspell Omega-Terror-Touch gegen Ende und „Hyperanthropos Excelsior“ beginnt wie ein Blut Aus Nord Song. Doch an keiner Stelle wirken die Elemente geklaut oder aufgesetzt, sondern stimmig zum eigenen Stil von CRUCIFIXION. Jeder einzelne Song zündet so schnell, wie er auch nachhaltig im Gedächtnis bleibt, ohne dabei an Aggression, Atmosphäre oder Kälte vermissen zu lassen! Für Leute mit historischen Obsessionen ist „Liquid Fire“ wahrscheinlich nichts. Doch jeder, der sich vor unorthodoxem Schwatzmetall nicht fürchtet, sollte die Jungs mal antesten!

[rating:4.5]

Infos:
Eigenproduktion – 2010
CDr – 3 Lieder / 14:27 Min.