Pathology – Legacy Of The Ancient

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Ich muss gestehen, ein wenig verwundert bin ich schon, dass gerade Victory Records das neue Album der aktuellen Spielwiese von Matti Way (Disgorge, Liturgy, Cinerary) rausbringt! Normalerweise bin ich von diesem Label eher trendigen Metalcore gewohnt, denn brutalen Death Metal mit deutlichen Slamparts. Doch ist auch eigentlich wurscht, ob PATHOLOGY nun auf Victory Records oder Unmatched Brutality (gibt es das eigentlich noch?) veröffentlichen, den Fan und Hörer interessiert hauptsächlich die Musik!

Diese hätte nämlich auch ohne Probleme auf das Label von Mike Bailey gepasst: Brutaler Death Metal, der fast unverschämt von Suffocation klaut und ziemlich dicke Slam-Parts in die Songs einflechtet. Aber PATHOLOGY klauen gut von Suffocation, gerade wenn die Band im Midtempo den Hörer zermürbt, leistet das Trio handwerklich gute Arbeit. An die kompromisslose Brutalität des Originals kommen eh nur wenige Bands heran und bei „Legacy Of The Ancient“ kommt hinzu, dass der Sound vielleicht schon eine Nummer zu gut gemeint ist. Ein paar mehr Umdrehungen am Räudigkeits-Regel und weniger aus der Make-Up-Kiste hätte dem Album sicherlich gut getan!
Wie gesagt, das harte Midtempo steht PATHOLOGY ausgezeichnet! Sicher, zum brutalen Death Metal gehören auch ein paar Blastbeats dazu, und Drummer Dave Astor, u.a. bekannt von The Locust oder Cattle Decapitation leistet auch einen sehr guten Job hinter den Kesseln ab. Dennoch liegen die größten Schwächen von PATHOLOGY in den Blast-Parts, die oft nicht richtig Brutal rüberkommen. Dass kann aber auch daran liegen, dass die Gitarrenarbeit nicht immer nur von Suffocation klaut und die Band etwas von den typischen Brutal Death Metal-Bands abhebt! Einige Stellen klingen sehr verspielt, wie in „Blood Runs„, was zwar für das Genre erfrischend untypisch, aber auch gleichzeitig ziemlich langweilig klingt.
Eine bessere Mischung aus hartem Todesblei und fast schon melodischen Elementen fährt die Band in „Abduction“ und noch geiler in „Afterlife„! Zwei richtig gute Songs, denen auch „Code Injection“ (ist Matti nun Programmierer, oder was kümmert den das Thema?), „Satan Brotherhood“ und der Titeltrack in nur wenigen Aspekten nachstehen.
Einen richtig dicken Überhit können PATHOLOGY aber auf ihrem vierten Album nicht vorweisen…

Legacy Of The Ancient“ ist ein stumpfes Album. Keine Schnörkel, trotz deutlicher Verspieltheit an den Gitarren, keine großen Experimente, sondern geradliniger, brutaler Death Metal mit ordentlich Slam und Groove. Sicherlich nur für Genre-Fans interessant. Aber die werden durch die feinen eigenständigen Elemente und die dreisten, aber gut geklauten Ideen und Riffs von Suffocation sicher ihre Freude an diesen 30 Minuten haben!

[rating:4]

Infos:
Victory Records – 06.07.2010
CD/LP – 11 Lieder / 29:59 Min.