Madcult – 4 Reasons 4 Failure(s)

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Leute, lasst euch von dem psychodelischen Cover nicht abschrecken! Hinter dieser billigen, spacigen und vor allen Dingen bunten Front verbirgt sich düstere und richtig verzweifelte Musik! MADCULT ist ein fünf Jahre altes Trio aus der Slovakei und hat sich einer furiosen Mischung aus technisch anspruchsvollem Grindcore und (Post-)Hardcore verschrieben!

So pendeln die vier Songs der aktuellen EP „4 Reasons 4 Failure(s)“ zwischen verzweifelten, und atmosphärisch dichten Passagen des Post-Hardcores, break-orientierten und technischen Blastbeats und vereinzelten, fast progressiven Momenten, die der Stimmung der Platte nur zum Vorteil sind! Die Pianos am Anfang von „Buried In A Glas Casket“ sind so dezent und minimalistisch, einfach perfekt dosiert. Im Verlauf wirkt der Song durch die schönen Kontraste noch wütender, melancholischer, intensiver. Ähnlich funktioniert die Spieluhr vor dem Opener „Marionettes„, wobei hier blanke Wut im Vordergrund steht. Ähnliche herangehensweise pflegen MADCULT auch bei den aktuell angesagten Breakdowns und vereinzelten Gangshouts, die beide wohl überlegt eingesetzt werden, und zu keiner Zeit affektiert oder aufgesetzt wirken. Im Gegenteil, die Dosierung ist auch hier so gut gewählt, dass es immer passend klingt und authentisch rüber kommt – wer hätte das gedacht, dass ich so was mal von Breakdowns sage! Und über genügend Augenzwinkern verfügt die Band auch, wenn man den Anfang von „Strike A Bargain“ anhört, der ein bisschen nach den Beatsticks klingt – und zum Glück alsbald in ein Blastinferno übergeht!

Doch das sind nur kleine Details im großen Kino! „4 Reasons 4 Failure(s)“ ist ein emotionales Album. Wut und Verzweiflung werden groß geschrieben und so anspruchsvoll wie auch hart und mit Hingabe umgesetzt. MADCULT sind ungestüm und wohl überlegt zugleich, dadurch aber auch eigenwillig und vor allem: Intensiv! Die Mischung ist vielleicht nichts für alle Leser vom NecroSlaughter, aber wer sich einen etwaigen, technischeren und moderneren Bastard aus alten Fall Of Efrafa, alten Afgrund vorstellen kann – wenn auch nicht ganz so brachial und mit mehr Gefühl-, sollte den Slowaken schleunigst eine Chance geben!

[rating:5.5]

Infos:
Eigenproduktion – 2010
n/a – 4 Lieder / 13:39