Gravehill – Rites Of The Pentagram

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Leder-Klamotten, Nieten und Blut – Heavy Metal in seiner rohsten und ursprünglichsten Form! So wie ihn GRAVEHILL lieben und spielen. Hier finden sich keine Anbietereien an Trends oder moderne Entwicklungen. Über die Späten 80er kommt die us-amerikanische Truppe mit ihrem Sound nur selten hinaus und hat damit genau den Armor-Pfeil in den Hintern von Ibex Moon Records geschossen! Denn das oldschool-affine Label bringt das Debütalbum „Rites Of The Pentagram“ (ursprünglich 2009 über Enucleation erschienen) zusammen mit der 2008er „Metal of Death„-EP als Re-Release unters Volk.

Bei oldschool Death Metal der ersten Welle darf man keine Innovationen erwarten. Fans von ganz alten Slayer, Possessed, Venom und Konsorten werden aber die stumpfe Geradlinigkeit von GRAVEHILL zu schätzen wissen! Direkte und einfache Songs wie „Bloodsoaked“ oder das Autopsy-beeinflusste „Pissing On Your Grave“ funktionieren sofort. Bei „The Luciferian Mark“ musste ich als alter Morbid Angel-Fan sofort Kopf und Beine mitbewegen und auch „One Million Dead & Counting“ böllert ordentlich. Dennoch überzeugt mich die „Rites Of The Pentagram“ nicht so richtig. Irgendwie scheint das Leder etwas muffig und die Nieten ein wenig rostig. Vielleicht stört es mich auch einfach, dass GRAVEHILL auf dem „neueren“ Material auch mal langsamer werden und im Midtempo spielen. Denn die eigentlich noch archaischere „Metal Of Death„-EP gefällt mir wesentlich besser! Die Songs sind allesamt ziemlich punkig, „Ravager“ sogar fast schon grindig. Ungehobelt brettern die Songs aus den Boxen und überschlagen sich fast schon selber. Hier ist roher oldschool Death Metal gespielt, wie er sollte! Hier gibt es im Pit definitiv Tote! Und hier passt auch der angepisste Gesang wie Faust aufs Auge. In den späteren Songs finde ich ihn ein wenig anstrengend auf Dauer.

Fans der richtig alten Schule, für die das Rad schon modernes Teufelszeug ist, und die eigentlich aus Technophobie nicht mal mein Webzine lesen dürften, werden gerade an der EP richtig gefallen finden! Doch weil das handwerklich ordentlich gemachte Full-Length trotz einer Hand voll guter Songs eben doch nicht so ganz überzeugt, gibt es hier eine – vielleicht schon zu böswillige – Wertung knapp über Durchschnitt – Aber Moment! Re-Releases bewerte ich ja gar nicht (;

Keine Wertung bei einem Re-Release

Infos:
Ibex Moon Records – 06.07.2010
CD – 14 Songs / 58:21 Min.