Gorezone – Brutalities Of Modern Domination

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GOREZONE sollten spätestens nach dem letzten Album „Hate, Peace & Understanding“ den Freunden von brutalem deutschen Death Metal ein Begriff sein. Fünf Jahre sind ins Land gezogen, man hat sich zwischenzeitlich von Sänger Torben getrennt und Ende 2009 das dritte Full-Length „Brutalities Of Modern Domination“ über Xtreem Music, das Label von Avulseds Dave Rotten veröffentlicht.

Mit Hilfe von Christoph Madarasz (Irate Architect) und dem nun festen Mitglied Karsten Schöning (u.a. Ingurgitating Oblivion) am Gesang und Ole Fink (Sufferage) hinter den Kesseln zeigen GOREZONE, wie schön doch dieser ostfriesische Inzest ist, und wie brutal sich die Band weiterentwickelt hat! Auf Anhieb dürfte „Brutalities Of Modern Domination“ wohl bei den wenigsten zünden, die Songs sind wesentlich technischer, sperriger, schneller und brutaler als auf dem Vorgänger. Doch gerade diese kompromisslose Entwicklung steht der Truppe sehr gut zu Gesicht, auch wenn sie ein paar mehr Hördurchläufen beim Fan geschuldet ist! Es braucht etwas, bis die CD zündet, doch dann entfacht sie aber ein Napalm-Inferno sondersgleichen!
Mit Dissonanzen, wie sie Gorguts nicht schöner hätten schaffen können, slammenden Groove der Marke Devourment und technischem Hochgeschwindigkeits-Getacker brettern GOREZONE wirklich alles nieder. Und der derbe Wechselgesang von Shouts, Growls, Frognoise zu Staubsauger zwischen den beiden Schreihälsen tut sein übriges, dass „Knee Deep In Body Bags„, „Controll Us„, „The Privilege To Breathe“ oder der Titeltrack einfach nur Killersongs sind!

An und für sich ist der Brutal Death Metal eigentlich ein limitiertes Genre. Doch durch eigenständige Ideen heben sich GOREZONE gekonnt von der Masse ab: Akzentuierte Blastbeats in mehreren Geschwindigkeiten (sehr schnell und verficktnochmal noch schneller!) oder brutale Riffs mit catchy Details bleiben im Ohr hängen und verschaffen den „Brutalities Of Modern Domination“ einen eigenen Charakter.
Einige Stellen sind technisch, verbreakt und anstrengend. Z.B. in „Archetype“ kommt man nur schwer rein. Doch wenn man einmal den Zugang zu den Liedern mit den entsprechenden Attributen gefunden hat, offenbaren GOREZONE immer wieder griffige Elemente, die selbst die anfänglich vertraktesten Songs der Platte sympathisch machen.

Doch sympathisch ist vielleicht das falsche Wort. Einige Stellen sind halt hart und anstrengend. Doch so wollen wir doch unsere brutalen Death Metal/Death-Grind, oder? Wir wollen, dass das Tempo konsequent in hohen Geschwindigkeiten spielt! Wir freuen uns, wenn es dann noch schneller wird, oder ausnahmsweise im Midtempo alles niederwalzt und uns mit fetten Grooves und dicken Riffs erschlägt! Genau das machen GOREZONE auf ihrem aktuellen Album mehr als ordentlich. Sie wollen gar nicht der breiten Masse gefallen. Sie sind einfach nur brutal, schnell und kompromisslos.
Und das gefällt mir!

[rating:5]

Infos:
Xtreem Music – 2009
CD – 12 Lieder / 44:13 Min.