Debt Of Nature – Crush, Kill And Burn

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Bis vor kurzer Zeit waren mir DEBT OF NATURE gänzlich unbekannt. Doch auf der diesjährigen Metalnight in Neuss haben mich die Jungs und das Mädel so begeistert, dass ich mir direkt das aktuelle Album „Crush, Kill And Burn“ kaufen musste. Das Teil kommt offiziell eigentlich erst am 12.07. über die niederländischen Deity Down Records raus und ist das zweite Full-Length des NRW Joint Ventures.

In gut einer dreiviertel Stunde und 11 Liedern plus Intro präsentiert die Band eine eigenständige Interpretation des thrashing Death-Grind! Mal mehr dem Thrash Metal zugeneigt, mal fast so derb böllernd wie Cephalic Carnage (z.B. in „Black Guard„) ist „Crush, Kill And Burn“ ein abwechslungsreiches Album mit mindestens ebenso abwechslungsreichen Songs. Diverse Tempowechsel wie auch coole Ideen an den Gitarren machen die DEBT OF NATURE zu einer Ausnahmeerscheinung in dem Genre! Trotz progressiver Elemente sind die Songstrukturen immer nachvollziehbar und songdienlich und nicht zu Letzt auf Grund von griffigen Melodien und Riffs auch gut wiedererkennbar. Ein Spagat, an dem viele Bands scheitern!
Die langsam beginnenden „Insalata Tarantula“ (geiler Titel!) wie auch das deutschsprachige „Eisenfresser“ sind richtige Knaller, die sich vielschichtig Entwickeln und die besten Seiten von DEBT OF NATURE gut herausstellen! Das progressiv thrashende „Why I Hate“ steht den beiden Songs in nichts nach und birgt ebenso Mitsingpotential wie „Masturbator Generator“ (noch so ein witziger Titel) oder der besagte Tarantel-Salat. Das kritische „Nightmare Of The Fashion Whore“ bricht dem Hörer im fetten Midtempo ähnlich das Genick, wie zu hohe Highheels dem Modehungerhaken die Knöchel auf dem Catwalk und baut einen richtig intensiven, atmosphärischen Part ein. Insgesamt ist nur im „Caterpillar Walk“ ein wenig die Luft raus, was aber im Gesamtbild ein vernachlässigbar „Schwachpunkt“ ist.
Die Produktion der Scheibe ist auch richtig gut, organische Drums, drückende Gitarren und ein gut hörbarer, scheppernder Bass. Alle Details sind gut erkennbar und glücklicherweise nicht zu glattpoliert! Wo aber der Vorteil von zwei Brüllnasen liegt, außer, dass Sängerin Masae der Kapelle den Frontfrauen-Bonus beschert, kann ich nun nicht sagen. Aber auf der anderen Seite spricht es für die brutale Stimme der Dame, die absolut nicht weiblich klingt und sich somit wunderbar zu Marcs Gesang in die Musik einfügt.

DEBT OF NATURE machen keine gewöhnliche Death-Grind-Kost. Eher könnte man Parallelen zu Warfield Within ziehen, die den technischen Death/Thrash ähnlich eigenständig interpretieren. Und da beide Bands zusammen on the Road sind/waren, liegt dieser Vergleich auch ein wenig auf der Hand.
Manch traditionellen Death-Grinder könnten die eigenwilligen Ideen von DEBT OF NATURE etwas stören. Doch wer es nicht permanent und ohne Pause auf die Fresse braucht, und auch mal etwas mehr Abwechslung haben will, wird „Crush, Kill And Burn“ sicher zu schätzen wissen.

[rating:5]

Infos:
Deity Down Records – 12.07.2010
CD – 12 Lieder / 46:06 Min.