Charred Flesh / Anal Carnage – Split MP3

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Moderne Technik macht es für eine Underground-Band vergleichsweise einfach. Sollte sich kein geeigneter Drummer finden, braucht man nicht mal mehr einen richtigen Drum-Computer, sondern kann eine Software-Lösung verwenden, in ein Studio muss man nicht, kann man doch alles am heimischen PC machen und als Vertriebsweg genügen MP3-Dateien über einen Filehoster.

So haben sich auch CHARRED FLESH aus Griechenland und die chilenischen ANAL CARNAGE zu einer virtuellen Zusammenarbeit gefunden und veröffentlichen eine „Split-MP3-Sammlung“ über den Hoster Megaupload. Auch wenn durch das Wegfallen von physikalischen Trägermedien eigentlich obsolet geworden, vermisse ich bei dieser Gangart ein bisschen das Cover. Doch et is, wie et is – wie der Rheinländer so schön sagt!

Den Anfang der „Split“ machen CHARRED FLESH, die die modernen Hilfsmittel auch mit synthetischen Drums vollends ausreizen – selbst in der Geschwindigkeit. In den 8 Songs pendeln die Songs zwischen schleppend langsam und hyperschnell, ohne Zwischenstufen. Ob dabei das mehr als stumpfe Riffing variiert, kann ich nicht wirklich sagen, aber es macht kaum den Anschein. Unter dem Strich liefern CHARRED FLESH einfach nur eine langweilige und fast schon schlechte Kopie von MORTICIAN ab. Verzichtbar, wenn man mich fragt!

[rating:1]

ANAL CARNAGE waren mir noch von ihrer „Split“ mit Vaginal Cadaver in vergleichsweise guter Erinnerung. Und musikalisch kann ich wiederholt nur sagen: Solide Arbeit auf gutem Niveau! Oldschool Florida-Death Metal, wie ihn Cannibal Corpse bis zur „Bleeding“ abgeliefert haben – nur auf Speed! Zweistimmiges Riffing, Tapping-Soli und geile Breaks wie Rhythmus/Tempo-Wechsel inklusive! Was aber die guten Songs fast gänzlich vernichtet, ist wie – beim letzten Mal auch – die beschissene Produktion! Der Gesang ist viel zu laut und beschissen aufgenommen! Die tiefen Growls gehen ja noch, aber bei den – wohl der Produktion geschuldet – schlechten Schreien hört echt alles auf! Gitarren und Drums sind halbwegs homogen, wenn aber auch durch die Umstände nicht optimal und vergleichsweise viel zu leise aufgenommen. Diese Mischung ist leider wirklich übel!
Als Bonus zu den vier neuen Nummern gibt es noch eine Live-Aufnahme von „She Died Virgin„, das zwar einen homogeneren, dafür aber einen insgesamt üblen Schepper-Rumpel-Sound hat, und das gute Dead Infection-Cover „After Accident„, das vom Mix her fast schon in Ordnung ist.
Sorry ANAL CARNAGE, so sehr mir auch eure Musik gefällt, aber es gibt im Vergleich zum letzten Mal deutlichen Punktabzug, weil der Sound immer noch so eine Zumutung ist!

[rating:3.5]

Fans der stumpfen Mortician werden CHARRED FLESH lieben, und wer durch viele Konzerte eh einen Hörschaden hat, wird vom üblen Sound bei ANAL CARNAGE vielleicht auch nicht abgeschreckt – denn die Lieder sind eigentlich das Reinhören wert!

Infos:
Eigenproduktion – 2010
MP3 – 14 Lieder / 31 Min.