Son of Aurelius – The Farthest Reaches

 , , , , ,

Was Nile bereits für die ägyptische Mythologie sind, könnten SON OF AURELIUS für das alte Griechenland werden! Mit technisch anspruchsvollem Death Metal vertont das Junge Quintett aus Santa Cruz auf ihrem Debütalbum die alten Sagen aus dem Land von Pita und Feta und macht damit eine ziemlich gute Figur!
Dabei sind die musikalischen Ähnlichkeiten weniger zu den Ägyptologen ausgeprägt, sondern mehr in die Richtung von The Black Dahlia Murder, Ignominious Incarceration und With Passion – nur wesentlich technischer, an manchen Stellen vielleicht sogar frickliger. Kein Wunder, denn an einer Gitarre fingert auch Chase Fraser, der bereits seine Fähigkeiten als Live-Musiker für Decrepit Birth unter Beweis stellen durfte!

Doch das Verhältnis zwischen songdienlicher Verwendung von Technik und anstrengendem Gefrickel ist sehr ausgewogen auf „The Farthest Reaches„. Wo „Mycordial Infarction“ schon ein fast schon sperriges Brett ist, drängt sich das Gedudel (nicht negativ gemeint!) in „Mercy For Today“ nicht in den Vordergrund. Natürlich besteht noch Potential nach oben, einige Songs könnten etwas direkter sein, aber für ein Debütalbum haben SON OF AURELIUS einen ziemlich fetten Job gerissen!
Trotz offensichtlicher Parallelen zu The Black Dahlia Murder kann man die Griechen-Fans nie als Kopie bezeichnen! Lediglich der Wechselgesang zwischen Keifen und Grunzen erscheint offensichtlich, die Attitüde in den Songs ist subtiler. Doch gerade diese erschafft großartige Songs wie „Mercy For Today„, „Let Them Hate And Fear„, „Pandora’s Burden„, die zwischen den anderen Songs hervorstechen. Und auch insgesamt bewegt sich SON OF AURELIUS auf hohem Niveau und haben keinen Ausfall auf dem Debüt zu vermelden. Vereinzelte Jazz-Parts bereichern die Lieder um eine weitere Dimension, werden aber in homöopathischen Dosierungen verwendet. Gerade diese Stellen, wie auch die richtig verspielten „normalen“ Passagen sind wunderbares Zeugnis der Spielfreude der Band und machen z.B. „Olympus Is Forgotten“ (das leichten Touch von Beneath The Massacre ohne *core hat) richtig sympathisch zwischen all den Bands, die einfach nur ein TBDM-Ripp-Off sind!

Brutal, melodisch, technisch und dennoch catchy, mit einem coolen lyrischen Konzept – SON OF AURELIUS haben schon mit ihrem ersten Lebenszeichen ein deutliches Profil und eine interessante Identität in einer ziemlich überfluteten Szene! Und gerade deswegen kann man über einige Ecken und Kanten, die „The Farthest Reaches“ noch bietet, gerne hinwegschauen und die Band in ihrer Entwicklung im Auge behalten! Fans von anspruchsvoller, aber immer noch melodischer Musik und von eingehend erwähnten Bands sollten SON OF AURELIUS dringend mal antesten!

[rating:5]

Infos:
Good Fight – 28.06.2010
CD – 11 Lieder / 34:26 Min.