Slechtvalk – A Forlorn Throne

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Musste ich vor etwa einem Monat noch den Überblick über die letzten 10 Jahre von SLECHTVALK über mich ergehen lassen („An Era Of Bloodshed„), liegt mir auch schon umgehend deren aktuelles Album im Briefkasten! Meine Begeisterung könnt ihr euch vorstellen und auch, dass ich „A Forlorn Throne“ nur sehr zögerlich in meine Anlage gelegt habe. DOCH: Entwarnung! Im Vergleich zu „An Era Of Bloodshed“ liefern SLECHTVALK hier richtig ordentliche Arbeit ab, quasi einen qualitativen Quantensprung!

Dieses Urteil ist aber relativ zu sehen, denn wenn man in Konkurrenz zu anderen Bands geht, stehen die christlichen Schwarzmetaller aus den Niederlanden immer noch gerade mal im guten Mittelfeld. Solide Ideen für griffige Songs trotz Längen jenseits der Fünf Minuten erarbeitet sich die Truppe so langsam und liefert mit „Tamers Of The Sea„, „Forsaken“ oder „Vengeance Of A Scorned King“ wirklich nette Songs! Besonders im letzten Song der Platte (respektive hier der letztgenannte) wirken auch die Keyboards nicht nervig, sondern unterstützen den Groove des sonst richtig geil thrashenden Liedes.
In „Forsaken“ hingegen macht man vieles an Potential durch den Vocoder-Gesang zunichte. Das passt überhaupt nicht und macht den eigentlich sehr starken Black/Viking-Song ziemlich ambivalent.
An vielen Stellen versucht SLECHTVALK etwas wie Borknagar zu klingen, schaffen aber nicht die Klasse und Intensität des Originals zu erreichen. Dafür klingen andere Passagen aber nach den besseren Momenten von Cradle Of Filth und können wie in „Enthroned“ immer noch zum leichten Kopfschütteln anhalten. Schade, dass mit „Allegiance“ und „Divided By Malice“ zwei doch eher langweilige Nummern auf das Album gekommen sind. So kann der tendenziell gute gute Ansatz nicht auf die ganze Länge von gut einer Stunde gehalten werden und lässt den Freund von Black Metal genau so schnell das Interesse verlieren, wie die vereinzelten Bezüge zum Viking.

Damit sollte sich „A Forlorn Throne“ – trotz deutlich guten Momenten – auch schon für die Lesergruppe des NecroSlaughters disqualifiziert haben. Wer hingegen was mit den zur Zeit angesagten Bands von Nuclear Blast etwas anfangen kann, darf gerne mal ein Ohr riskieren und schon mal sein Trinkhorn ølen!

[rating:3.5]

Infos:
Whirlwind Records – 31.05.2010
CD – 9 Lieder / 61:51 Min.