Setherial – Ekpyrosis

 ,

Wäre das Leben gerecht, müsste man heute wohl keinem mehr SETHERIAL vorstellen. Eine schwedische Böller-Black Metal Band, die wie Dark Funeral oder Marduk anfang der 90er gegründet wurde – okay, zugegeben drei Jahre nach Marduk und somit wie Dark Funeral 1993. Nichtsdestotrotz eigentlich die Idealenvoraussetzungen, um einen gewissen Popularitätsgrad in der Szene zu erlangen. Doch das Leben ist nun mal nicht fair und derweil die anderen genannten Bands wohl jedem Metaller zumindest vom Namen her geläufig sind, wurden SETHERIAL bei mir erst mit „Ekpyrosis„, ihrem sechsten Album vorstellig.

Dabei stehen SETHERIAL ihren Landsleuten eigentlich in nicht viel nach. Die schnellen Parts sind teilweise richtig fett und brutal – was sicherlich nicht viele Black Metal Bands von sich behaupten können – und an manchen stellen zeigt man sich offen für etwas „komplexere“ Riffs und Songstrukturen. Leider kann man das Niveau der ersten Hälfte von „Ekpyrosis“ – was ein fies zu schreibender Name für Album! – nicht über die gesamte Spieldauer von gut 45 Minuten halten. Wo „A World In Hell“ kraftvoll, catchy und brutal beginnt, ist ab „Subsequent Emmision From A Frozen Galaxy“ irgendwo die Luft raus. Das Tempo wird häufiger gedrosselt, öfter klingt die Band etwas identitätslos zwischen all den anderen Black Metal Bands, die schon mal gerne mit Keyboards spielen und verlieren sich in den längeren Songs.
Schade, denn „The Mournful Sunset Of The Forsaken“ hat richtig Potential zum Ohrwurm: Griffige Melodien, nötige Härte, nachvollziehbare Geradlinigkeit und die Keyboards immer schön dezent im Hintergrund! Auch das infernalische „The Devouring Eye“ oder der epische Titeltrack wissen zu gefallen.

Ekyprosis“ ist sicherlich kein essenzielles Album. Aber trotz leichter Schwäche in der letzten Hälfte und einiger gesichtsloser Momente ist es ein gut hörbares Black Metal Album, das selbst dem Todesmetaller gefallen kann und wird. Und zwischen den letzten Releases von Marduk, Gorgoroth oder Dark Funeral muss es sich auch nicht wirklich verstecken!

[rating:3.5]

Infos:
Regain Records – 14.06.2010
CD – 8 Lieder / 44:39 Min.