Lifeless – Beyond The Threshold Of Death

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Stockholm-Syndrom bei Ibex Moon! Auch wenn LIFELESS aus dem schönen Nordrhein-Westfalen kommen, ist ihr Sound oldschool swedish Death Metal as fuck! Der Kenner mag dies vielleicht bereits am Bandlogo errochen haben (;
Nun ist Ibex Moon dafür bekannt, dass es auf alten Kram steht. Alte Bands oder neue Bands mit altem Sound. Und im Falle von „Beyond The Threshold Of Death“ haben wir eine junge Band, die alte Schule zelebriert und über Ibex Moon alten Kram wieder rausholt. Okay, alt ist relativ zu sehen. Aber hier handelt es sich um ein Re-Release des ursprünglich eigenständig veröffentlichten Debütalbums aus dem Jahre 2008. Für den Käufer der Neuauflage gibt es zu den ursprünglichen Songs noch das Dismember-Cover „Casket Garden“ dazu.

In bester Entombed, Grave und Dismember-Manier brettert das 2004 gegründete, deutsche Quartett durch ihre halbe Stunde auf „Beyond The Threshold Of Death“ und zeigt an einigen Stellen ein geschicktes Händchen für den alten Schwedensound und das dazugehörige Feeling. Fuck-Off-Attitüde an moderne Trends inklusive!
Teilmelodische Riffs mit Ohrwurmcharakter zaubern sie kurzerhand in „The Final Sacrifice„, „Under The Sign Of The Iron Cross„, „Retaliation“ oder dem Titeltrack. Ebenso wie schön düstere und atmosphärische Parts zeigen sich die Saiteninstrumente hier auf ordentlichem Niveau, auch wenn es immer noch geradlinier und simpler Schwedentod ist. „In The End“ beinhaltet auch die obligatorische, zweistimmige Hommage an Dismembers Liebe zu Iron Maiden.
Doch trotz vieler guter Riffs und Songs läuft das Debütalbum noch nicht so richtig rund! „Entombed In Unknown Graves“ (ist das eine Anspielung auf die Einflüsse?) klingt doch etwas sehr nach Handbremse im Tempo, die hyperschnellen Blastbeats aus „Seed Of Hatred“ zerkloppen mit dem langweiligen Riff etwas den Songs und „In The End… (Of Life)“ würde mit geradlinigem Drumming auch besser funktionieren. Also gerade in der Rhythmussektion sollten LIFELESS noch etwas tun und etwas mehr an den Songs ziehen. So gut die langsameren, düsteren Passagen auch sind, so richtig knallt erst die Uptempo-Granate „Retaliation„! Das ist echt ein geiler Song, in dessen Richtung sich LIFELESS entwickeln sollten! Und auch das Grave-beeinflusste „Seed Of Hatred“ macht bis auf die kleinere Macke ordentlich Spaß.

Essentiell ist „Beyond The Threshold Of Death“ heute mit Sicherheit nicht. Doch trotz kleinerer, und immer noch offensichtlicher Macken macht das Teil dem Schwedenfan sicherlich gut Spaß und tut garantiert keinem Weh (;

Keine Wertung bei einem Re-Release

Infos:
Ibex Moon – 31.07.2010
CD – 9 Lieder / 33:43 Min.