Utopium – Conceptive Prescience

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Sollte es beim Namen UTOPIUM klingeln? Da die 2007 gegründete Grindcore-Band aus Portugal gerade mal ein Demo draußen hat und mit „Conceptive Prescience“ ihre Debüt-EP veröffentlicht, wohl eher nicht. Doch wer sich etwas aufmerksamer durch die Grindcore-Szene bewegt, hat vielleicht den Namen noch vom „A Tribute To Nasum„-Sampler von Power It Up im Kopf; dort war die Truppe mit dem Song „My Philosophy“ vertreten.

Und das Nasum ein wenig Einfluss auf die Portugiesen hatten, hört man im eröffnenden „Undermatch“ mindestens genau so deutlich, wie die Einflüsse von Rotten Sound. Ein herrlich rotziger Song, der wirklich einiges an Potential in UTOPIUM erkennen lässt! Ebenso das crustige „Atropy“ überzeugt noch auf ganzer Linie. Doch dann geht leider schon etwas die Luft raus, wenn man mehr Death-Grind in die Musik einfließen lässt und mit „Blacksmith Of Irony“ den Stinker des Albums abliefert. In ähnlichem Gefilden wildert auch „Pressure Point„, das insgesamt zwar besser klingt, aber auch deutlich zeigt, dass diese Stilistik nicht die prädestinierteste für UTOPIUM ist!
Wieder etwas punkiger versucht man sich in „For The Sake„, kann aber weder Spannung noch Niveau der ersten Songs auf „Conceptive Prescience“ erreichen oder gar halten. Erst am Ende wird es wieder interessant, wenn ein langsamer, düsterer Part auf das nachfolgende „Slumber Edge“ hinarbeitet. Dieser Song fällt mit seinem dicken Sludge/Stoner-Riff und -Tempo richtig aus dem Gesamtbild, ist aber nicht zuletzt wegen dem düsteren oldschool Death Metal-Part in der Mitte eigentlich ganz cool! Hier könnte man den ein oder anderen Song von Cephalic Carnage als Vorbild genommen haben!
Zum Abschluss gibt es noch das oben genannte Nasum-Cover, das richtig gut umgesetzt ist, und sich deutlich vom eigenen Material abhebt.

Nach acht Songs und gerade mal knapp 18 Minuten hinterlassen UTOPIUM ein recht gemischtes Gefühl. Die Death-Grind-Songs auf der Scheibe sind unausgegoren und uninteressant, da müssen UTOPIUM noch einiges machen! Das Stoner/Slugde-Stück hingegen deutet in eine interessante Richtung. Doch die Stärke der Band liegt eindeutig in crustigen Grindsongs, wie „Undermatch“ und „Artophy“ deutlich zeigen! In diese Richtung sollten sich die Portugiesen entwickeln und das Debütalbum könne wirklich etwas werden! Doch bis dahin muss UTOPIUM noch etwas an ihrem Sound arbeiten.

[rating:3]

Infos:
Eigenproduktion – 16.03.2010
EP – 8 Lieder / 17:55 Min.