Misery Index – Heirs To Thievery

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MISERY INDEX scheinen unermüdlich! Gerade mal eineinhalb Jahre nach „Traitors“ und trotz aktiver Bühnenpräsenz hauen uns die Death-Grinder aus Baltimore einen neuen Hassklumpen mit dem schönen Titel „Heirs To Thievery“ um die Ohren! Und wie zu erwarten liefert MISERY INDEX wieder Qualitätsware ab! Wo ich persönlich etwas Anlaufschwierigkeiten mit „Traitors“ hatte (was dann schlussendlich auch gezündet hat), knallt „Heirs To Thievery“ mit der ersten Sekunde richtig rein und hält die Spannung von Anfang an!
Embracing Extinction“ ist ein rotzig-punkiger Grindsong, der ohne Probleme auch auf die „Retaliate“ gepasst hätte. Besser kann man ein Album nicht eröffnen! „Fed To The Wolves“ deutet leichte Einflüsse aus dem ehemaligen Elternhaus von Netherton (Dying Fetus) an, die im Titeltrack noch etwas deutlicher zu hören sind. Durch cooles Riffing, griffige Melodieeinsprengsel und dicken Groove zündet der zweite Track des Albums nicht minder gut, als der Opener. „Heirs To Thievery“ (der Song) erinnert an den Titeltrack von „Traitors„, ist dabei aber wesentlich direkter wie kompakter.
Dass MISERY INDEX nicht immer nur das Gaspedal durchtreten müssen, zeigen das schleppende „The Seventh Cavalry“ und die Midtempo-Monster „The Carrier Call“ wie „The Spectator„, das aber mit seinem dicken Melodie-Anteil und Hammer-Refrain ein Highlight auf „Heirs To Thievery“ ist! Der Song wird sicherlich live einschlagen wie eine Granate!
Lediglich „The Seventh Cavalry“ ist im Gesamtbild etwas mau. Der Song ist ziemlich langsam und kommt nicht so recht aus den Hufen. Schade, schade, aber hier ist etwas die Luft aus dem Album, was auch „Plague Of Objects“ nicht direkt wieder hochreißen kann. Doch mit „You Lose“ ist die Welt schon wieder in Ordnung! Dort und und „The Illuminaught“ zeigt die Band interessante, atypische Riffs, die den Hörer aufhorchen lassen und den beiden Songs ein nettes, eigenes Gesicht im Death-Grind-Dschungel aufdrücken!
Am Ende schließt sich der rotzige Kreis mit dem crustigen „Day Of The Dead“ und hinterlässt nach gut 34 Minuten mal wieder ein freudiges Lächeln auf den Lippen des Zuhörers. MISERY INDEX haben mal wieder ein sehr gutes Album abgeliefert, das durch herrlich wütenden Gesang und kompakte, direkte Songs sowohl direkt knallt, wie auch langzeitigen Spaß sichert und die ihre Position in der Szene deutlich untermauert!

[rating:5]

Infos:
Relapse Records – 11.05.2010
CD/LP – 11 Lieder / 34:21 Min.