Bloody Sign – Chaos Echoes

 , , , , , ,

Freunde der obskuren und finsteren Musik, es gibt neues Futter für die hungrige Anlage, die mit tentakelhaften Fängen nach düsteren Klängen sucht. Wie in einer Welt, die nur den sinistren Gedanken von H.P. Lovecraft entsprungen sein kann, zeichnet sich ein blutiges Zeichen: BLOODY SIGN aus Frankreich servieren mit „Chaos Echoes“ schwere Kost, teilweise sperrig, immer düster und atmosphärisch und auf alle Fälle so infernalisch, wie es nur wenige Bands schaffen!
Chaos Echos“ ist genau die richtige Überdosis für die suchtenden Gestalten, die ihre alptraumhaften Visionen aus Gorguts, Ulcerate und Deathspell Omega ziehen, denn genau wie ein unmenschlicher Bastard aus letzten beiden Bands klingen BLOODY SIGN – die Franzosen müssen ziemlich verzweifelt sein, dass sie einen so hohen Output an obskuren Kapellen hervorbringen!

Umrahmt von tief schwarzen In- und Outro präsentieren sich sieben misanthropische Songs, die durch drei Solo-Instrumentale der jeweiligen Bandmitglieder in ihrer Atmosphäre und Wirkung nur verstärkt werden. Selbst das Drum-Interlude hat okkulten und beschwörenden Charakter, eine Kunst, die nicht viele Bands beherrschen und so offen darbieten!
Die fiese Mischung aus kaltem und menschenverachtendem Black Metal und düsterem Death Metal beginnt mit dem hervorragenden „Chord Temple„, das den Hörer direkt eine absurde Klangwelt offenbart und ihn tief in diese hineinzieht. Die gekonnte Variation zwischen wütender, schier unbändiger Raserei, schleppenden bösen Passagen und klirrenden, atmosphärischen Elementen erschaffen einen richtig plastischen Alptraum. Brutal geht es mit „Down To Hell“ weiter, das sich im Verlaufe immer weiter in die surreale Welt steigert und in einer wahren Blast-Eruption gipfelt. „For The Unkown“ zeigt am besten die Hochzeit zwischen Ulcerate und Deathspell Omega zu BLOODY SIGN, es ist wirklich ziemlich wütend und düster. Die kleinen, fast schon melodischen Hoffnungsschimmer werden schnell wieder zertrümmert und es bleibt das Abbild einer grauen, zerstörten Welt, die mit dem Bass-Instrumental „Voices From The Depth“ nur an Tiefe gewinnt.
Wie der Ruf des Chtulhu offenbart sich der Epos „The Call„, der zu Beginn noch sperrig wirkt, sich aber sehr progressiv zu infernalischer Größe steigert. Die schwarzmetallische Kälte zu den Landsleuten des Todesspruchs zeigt sich in Gänze bei „Primordial Sound„, das stellenweise beschwörenden Charakter hat und den Hörer schier zu zermürben scheint!
Symphonies Of The Bones“ ist besagtes, okkultes Drum-Interlude, das den Hörer auf die „Words Of Death“ einstimmt. Ein richtig starker Song, der mit Gangshouts atypische Elemente bietet und die Atmosphäre von „Chaos Echos“ abermals gut ausbaut. Nachdem die Rhythmus-orientierten Instrumente bereits Klangwelten erschaffen durften, bereitet die Gitarre mit „Khorde’s Funeral“ den Abschluss des Albums vor: „Tongues Of Shadows„, das richtig langsam und schleppend nochmal den bösen Charakter von Album und Band untermauert, aber nicht mit Wut und Raserei spart.

Auf hohem Niveau mit verdammt dichter Atmosphäre präsentieren BLOODY SIGN ihre „Chaos Echos“ als sehr homogenen Beschwörungsakt. Für Freunde von Fast-Food-Death Metal ist weder Band noch Album geeignet. Doch dafür werden Fans von düsterer Musik um so mehr auf ihre Kosten kommen! Definitiv schon mal eines der Highlights dieses Jahr und für Fans von Ulcerate oder Deathspell Omega auf jeden Fall ein Pflichtkauf!

[rating:5]

Infos:
Blood Harves – 08.03.2010
CD/LP – 12 Lieder / 46:45 Min.