All Guns Blazing – Revelations

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An und für sich präsentiert die junge britische Truppe ALL GUNS BLAZING mit „Revelations“ ein recht erfrischendes Metalcore-Album. Dennoch kann ich dieser Stilsitik nach wie vor nicht viel abgewinnen, auch wenn ich der Band mit den von Judas Priest entliehenen Namen technisches Können, eine angenehm forsche Vorgehensweise und stellenweise nette Ideen attestieren muss.
Diese Mischung aus Metal und Hardcore mag aktuell der angesagte Stiefel sein, dennoch bringen ALL GUNS BLAZING nette Ideen aus dem progressiven Metal und Post-Hardcore mit in die Musik. Leider bedient man sich mehr an dem frickligen Post-Hardcore und weniger an dem nihilistischen, düster-schleppenden, was „Revelations“ sicher noch einen interessanteren Aspekt verschafft hätte. Dafür ist der Gesang durchgehend ziemlich angepisst und erfrischend wütend! Schiefer Klargesang kommt in homöopathischen Dosen zum Einsatz, ist damit aber leider schon zu hoch dosiert. Der Umstand, dass nicht jeder Ton getroffen wird, und es dann ein wenig nach altem Gothenkram klingt macht die Band schon irgendwie sympathisch zwischen all den glatt geleckten Metalcore-Kapellen…
Zu den coolsten Ideen auf diesem Debütalbum gehört eindeutig „Never Forgotten„, das einige Einflüsse von Rise Against erahnen lässt, bevor es sich wieder in Metalcore-Klischees und progressive Spielereien verliert. Auch „Immersion“ hat sehr coole Riffs, eine härtere Death Metal-Passage und nette Athmosphäre, die auch ansatzweise in „Dirty Work“ aufkommt. Doch irgendwie schaffen es ALL GUNS BLAZING nicht so recht auf den Punkt zu kommen, bauen unnötige Beatdown-Elemente, Breakdowns und progressives Rumgewichse irgendwie an jeden Song dran, so dass der nötige Drive komplett verloren geht.
So mag „Revelations“ aktuell noch eine der interessantesten Metalcore Veröffentlichungen sein, ist unter dem Strich aber nicht wirklich empfehlenswert für den typischen Leser dieses Magazins. Dafür fehlt ALL GUNS BLAZING deutlich noch an Direktheit und die stimmliche Aggression müsste auch noch auf die teilweise sehr verhaltenen Instrumente übertragen werden.

[rating:3.5]

Infos:
Rising Records – 24.05.2010
CD – 11 Lieder / 39:48 Min.