14.05.2010 – Warfield Within / All We Hate

Infos:
14.05.2010 / Oefenbunker, Landgraaf (NL)
Damage: 3 Euro
Einlass: 20:30h
Beginn: 21:00h ? (kann hinkommen)

Bands: Forlorn Shelter, Warfield Within, All We Hate, Beliar

Das ist das schöne daran, wenn man ein kleines Fanzine ist! Man muss nicht immer die „gepflegte Objektivität“ eines etablierten, massenkompatiblen Magazins haben, man darf engstirnig auf das fokussierte Musik-Genre pochen und kann Konzerte besuchen, auf die man Bock hat und dann auch auf Bands verzichten, die man nicht mag – und dennoch seinen Senf dazu ablassen!

So hatten wir uns spontan aus dem beschaulichen Aachen in das noch beschaulichere Landgraaf in den Niederlanden aufgemacht, um uns im Oefenbunker ein wenig Krach zu gönnen. Nach etwas Verfahrerei erreichten wir kurz nach 21h die Location, wo wir allerdings nicht ganz mitbekamen, ob FORLORN SHELTER bereits gespielt hatten, oder ob sie überhaupt noch auf dem Programm standen.

Denn quasi mit unserem Erscheinen knüppelten bereits WARFIELD WITHIN munter drauf los – und für die beschauliche Besucherzahl von vielleicht 20 Leuten (wovon sicherlich ein Großteil Musiker aus den anderen Bands war), gaben die Mönchengladbacher ordentlich Gas! Unbeachtet der Leere vor der Bühne machte Sänger Sebastian anständig Stimmung, animierte die paar Nasen im Publikum zum Mitbrüllen und schrie sauber seine Hasstriaden in den Saal hinaus. Seine Musiker standen ihm in nichts nach und ließen stetig die mehr oder minder kurzen Matten fliegen. Trotz oder gerade wegen einiger technischer Probleme mit Gitarre bzw. Effektgerät zauberte Spaz (Ex-Jack Slater) ziemlich abgedrehte Töne und Drummer Simon (auch Jack Slater, Ex-Eradicate) hinterließ durch sein rasantes Drumming den einen oder anderen offenen Mund.
Mit dem frischen Album „Inner Bomb Exploding“ hatte die Band genug neues Material, das auch ein größeres Publikum durchaus begeistert hätte!

Veranstalter dieses leider sehr mager besuchten, dafür vom Preis-Leistungs-Verhältnis her (3 Euro Eintritt) ziemlich genialen Abends waren ALL WE HATE, die aus Ex-Mitgliedern von Guerrilla hervorgegangen sind. Die Band fährt eine ziemlich harte Politik: Keine Alben, kein Merchandise. Die Songs gibt es für Lau auf der Homepage zum Download und das Hauptaugenmerk der Band liegt auf Konzerten.
Die jahrelange Live-Erfahrung der Band sah man ihnen an diesen Abend definitiv an! Den wenigen Besuchern zum Trotz zeigte sich Gitarrist Pete als richtige Bühnen-Sau, Basser Ömer ließ unentwegt die Haare kreisen und Sänger Marcello glänzte durch abgeklärte Souveränität. Dank kabellosem Mikrophon hatte er genügend Spielraum, um durch das Publikum zu marschieren, sich an der Theke neues Bier zu holen und somit für richtiges Eyecandy zu sorgen.
Ich muss zugeben, ich brauchte so drei Songs, bis ich mich mit dem Sound von ALL WE HATE anfreunden konnte. Doch spätestens mit dem Pantera-Cover „A New Level“ war das Eis gebrochen und die sehr groovige Mischung aus Pantera, Nu Metal und Thrash Metal ging in Mark und Bein über. Obwohl die Truppe musikalisch nicht unbedingt meine Baustelle ist, lieferten die Kölner einen runden Auftritt ab, der auch beim Publikum gut ankam und genau wie WARFIELD WITHIN ein paar mehr Besucher verdient hätte!

Als nächstes sollten die niederländischen Schwarzwurzeln von BELIAR folgen. Doch da ich deren keyboard-orientierten Black Metal bereits zuvor auf dem Mosh It Up in Aachen als nicht interessant für mich evaluiert hatte, beschlossen wir, dass der Abend noch genug Potential für ein gemütliches Bier abseits vom Black Metal bot.

Schade, dass die Location etwas weit ab vom Schuss lag und nur wenige Leute anwesend waren. Denn alleine für die beiden besprochenen Bands hat sich sowohl Anfahrt las auch der spottbillige Eintrittspreis mehr als gelohnt!

Text: Chris, Korrektur: Martin