Wormrot – Abuse

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Etwas verwundert darf man schon sein: Auch wenn Earache als DAS Grindcore-Label begonnen haben und lange Zeit aus diesem Umfeld nicht wegzudenken waren, war es doch gerade mit extremen Lärm in letzter Zeit etwas ruhiger um die britische Plattenschmiede geworden. Viel traditioneller und thrashiger Metal waren auf dem Programm. Doch nun scheint eine neue Welle des Grindcores über uns hereinzubrechen! Wo sich Relapse Sayyadina, Kill The Client oder Cripple Bastards geschnappt haben, schickt Earache WORMROT aus Singapur ins Rennen! Der Label-Einstand ist zwar „nur“ ein Re-Release des 2009 erschienenen „Abuse„, wird aber für die breitere Masse durch eine Bonus-CD aufgewertet, die diverse Demo-Geschichten enthält. Doch da diese zweite CD nicht Bestandteil des Promo-Downloads war, beschränke ich mich in dieser Kritik auf das eigentliche Album.
Und das ist in allen Aspekten Grindcore: Das Cover zeigt einen cooles, abstraktes Logo, das Motiv ist ein verwesender Schädel und die Spieldauer der Scheibe beträgt bei 23 Songs gerade mal 22 Minuten. Hell Yeah, man weiß also schon mal, dass schnelle und kurze Nummern auf dem Programm stehen. Und gerade die Freunde der alten Schule werden hier Begeistert sein! Vergleichbar mit Insect Warfare böllert das Trio aus Asien in schöner oldschool Manier durch die Songs und zeigt sich weitestgehend von der räudigen, punkigen Seite. Der Sound ist entsprechend roh, mit Ecken und Kanten, aber keinesfalls schlecht. Authentisch ist das Wort der Wahl!
Vereinzelt kommen Einflüsse aus dem Hardcore und Crust zum tragen, kleine Zitate von Rotten Sound, Nasum oder Birdflesh blitzen kurz in den schnellen, wütenden Nummern auf, bevor wieder alles von Blastbeats oder tanzbarem Groove niedergemäht wird.
Exterminate„, „Double-Feeding„, „Freedom To Act„, „Condemnation„, „Fuck… I’m Dead“ (ist das auch eine Anspielung? (;), „Operation Grindcore„, „Blasphemy My Ass„, „Fix Your Broken Mind„, „Murder“ oder „Scum Infestation“ sind allesamt sehr gute Grindcore-Hits und lassen den Hörer auch gerne über die vereinzelten, eher durchschnittlichen Nummern hinwegsehen. Fans von modernem, Metal-beeinflusstem Grindcore werden sicherlich an diesem Oldschool-Klumpen wenig Freude haben. Wer aber immer noch gerne alte Extreme Noise Terror, Heresy oder Unseen Terror hört und auf oben genannte Insect Warfare steht, sollte mit WORMROTs „Abuse“ ebenfalls seine helle Freude haben!

Keine Wertung, weil Re-Release

Infos:
Earache – 05.04.2010
2CD (Re-Release) – 23 Lieder / 22:12 Min.