Arise – The Reckoning

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Ich könnte diese Kritik ganz profan wie sicherlich auch hundert andere Magazine damit beginnen, dass ich mich über den „originellen“ Namen schwedischen Band auslasse, die als Namensgeber das gleichnamige Album von Sepultura hinzugezogen hat (;. Doch stattdessen eröffne ich mit: ARISE haben sich mit „The Reckoning“ deutlich in die richtige Richtung bewegt!
Der Vorgänger war deutlich rockiger und moderner und hat meiner Meinung nach viel zu sehr auf trendy Machine Head geschielt. Doch auf „The Reckoning“ zeigt man sich bewusst mehr von der At The Gates beeinflussten Seite! Und das steht dem mittlerweile vierten Album der melodischen Death/Thrasher richtig gut! Originalitätspreise will man bei ARISE sicherlich nicht gewinnen, denn das Album macht auch so wie es ist deutlich mehr Spaß als „The Beautiful New World„!
Ganz ohne moderne Stakkato-Riffs kommen ARISE zwar immer noch nicht aus, aber zum Glück beschränken sie sich in der Verwendung auf das instrumentale wie eigentlich für das Gesamtbild unnütze „Pitch Black„.
Kleinere Durchhänger muss man auf „The Reckoning“ auch immer noch verkraften: Der modern gehaltene Titeltrack hat zwar potential, reißt den Hörer aber nicht mit, „Dead Silence“ versucht sich an düsterer Atmosphäre mit gehobenen Death Metal Anteil, schafft aber nicht die gewünschte Tiefenintensität. Das abschließende „End Of Days“ hat catchy Ideen und eine leicht an Dark Tranquillity erinnernde Atmosphäre, kommt trotz eines gewissen Niveaus aber nicht an „Reclaim The Soul„, das durchgehend gleiche Eigenschaften besitzt.
Die Stärken von „The Reckoning“ liegen in den Nummern, die ein ausgewogenes Death/Thrash-Verhältnis haben, wie „No Memory Of Light„, das einen verdammt coolen Spannungsbogen in der Melodie des Refrains hat, dem genannten „Reclaim The Soul“ oder „Adrenaline Rush„. Der Knaller des Albums ist „The Fury„, das schnell und kompakt in bester At The Gates Manier auf den Putz haut und an der richtigen Stelle die Groove-Keule raus holt!
Blindead“ bekommt alleine für den Namen nochmal Extrapunkte, auch wenn es musikalisch nicht ganz so überzeugen kann.
Nach dem gerade mal ganz nettem „The Beatiful New World“ haben ARISE doch noch ein paar schicke Eier in ihre Höslein bekommen und sich etwas von dem zu lieben und rockigen, modernen Stil in die richtige Richtung korrigiert. „The Reckoning“ ist zwar kein Genre-Meilenstein, aber immer noch ein solides Death/Thrash Album!

[rating:4]

Infos:
Regain Records – 22.03.2010
CD – 10 Lieder / 41:25 Min.