Inhume – Moulding the Deformed

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Wohl so ziemlich jedem Grindcore-Freak, der sich aktiv für die Szene interessiert oder regelmäßig Konzerte besucht, wird wohl mal INHUME untergekommen sein. Seit 1994 lärmt das niederländische Schnelltötungskommando rum und hat seither zwar nur einen recht überschaubaren Back-Katalog an Releases auf dem Buckel (zwei Demos, zwei Splits, ein Sampler von Relapse und nun Album Nummer vier), dürfte dafür aber aber sicherlich an so jeder Pommesbude gespielt haben. Und spätestens dort konnten INHUME richtig überzeugen, denn die Band knallt nicht nur auf Konserve, sondern auch im Einsatz vor Ort mehr als ordentlich!
Und „Moulding The Deformed“ stellt hier keine Ausnahme dar! Der aktuelle Longplayer, der im Soundlodge Studio eine gute Produktion verpasst bekommen hat und vom Cover her etwas an Körperwelten erinnert, besteht aus 14 nackenbrechenden Nummern packenden Grindcore alter Schule! Vereinzelt sind zwar auch ein paar Ideen und Elemente aus dem alten Death Metal zu hören, doch in der Gesamtheit fallen die weniger ins Gewicht. Hier geht es 14 Mal erbarmungslos auf die Fresse und trotz der geballten Kraft eines Undercover-Stahlkappenstiefels beschleunigt auf 90 km/h direkt auf die Kauleiste des Hörers zu, vergessen INHUME nicht den nötigen Groove und trotz aller Direktheit auch nicht den richtigen Moment für eine gute Wendung! So drohen beispielsweise „Uncompulsory Infected“ oder „Premeditated“ gerade in leichte Monotonie zu verfallen, wenn auf einmal ein neuer, überraschender Part das Ruder noch rumreißt und den Song richtig geschickt aus der Affaire zieht!
Ausnahme in all den schnörkellosen Hassbolzen ist „Cure For Life„, das sich aus einem dicken Midtempo-Roller heraus wunderbar aufbaut. Ein sehr schöner Song, der den Knallern „Virus„, „Pandemic„, „Cadaverous Abortion„, „Violent Overkill“ oder dem Titeltrack in der Durchschlagskraft in nichts nachsteht! Ob nun das ebenfalls ordentlich tötende „Zombie Grinder“ eine Hommage an das wohl beste Flash-Game Zombiegrinder 6000 ist, in dem INHUME ebenfalls mit einem Song gefeatured wurden, weiß ich nicht. Auf jeden Fall steht der Song der Brachialität des Shooters und der andern Nummern in nichts nach!
Passend zur Musik leistet auch Sänger Joost, der auch bei Cliteater seine Stimmbänder überstrapaziert einen sehr guten Job! Meist ordentlich tiefes und brutales Gegrunze, das gelegentlich etwas in der Sumpfigkeit variiert und an den passenden Stellen in ziemlich markantes und fieses Keifen ausartet. Passt wie Arsch auf Eimer, ist gekauft!
Moderne Elemente oder Innovation findet man auf „Moulding The Deformed“ nicht. Doch das ist gerade die Stärke von INHUME, dass sie auf allen unnötigen Ballast verzichten und die pure Aggression ohne Umwege mit ordentlichem Groove vermischt aus den Boxen hauen. Für Grindcore-Fans der alten Schule definitiv ein Pflichtkauf!

[rating:5]

Infos:
War Antheme Records – 12.03.2010
CD – 13 Lieder /