Exhale – Blind

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Prototype“ war gut, doch mit „Blind“ setzen EXHALE aus Schweden noch einen oben drauf! Etwas weg vom doch mehr Death Metal-lastigem Sound und den deutlichen Bezügen zu Gadget und Nasum hin zu wesentlich roherem, rotzigerem Sound, der zwar immer noch ab und an etwas an die Namensgebern erinnert, aber deutlich mehr in Richtung Rotten Sound tendiert und an einigen Stellen erfreulich viel Crust erkennen lässt!
Ganz sind die Death Metal-Einflüsse natürlich nicht verschwunden, werden aber wesentlich aggressiver und wütender dargeboten, als noch auf dem Debütalbum und machen Songs wie „Propaganda“ oder „Sick Addiction“ einfach nur zu ultrafetten Mörsergranaten. Neben den ungezügeltem Highspeed-Attacken darf ab und an ein wenig Groove den strapazierten Hörer eine Verschnaufpause bieten. Doch meist sind diese Ruhephasen nicht von langer Dauer, schon geht es wieder mördermäßig auf die Zwölf. „Fools“ sticht da als Ausnahme schon richtig aus dem Gesamtbild hervor, wenn dicke Rock’n Roll Attitüde doch ein wenig an Blood Duster denken lässt und am Ende in aggressiven Crust gipfelt. Das anschließende „Crushed“ schraubt jetzt nur doppelt so krass die Köpfe vor den Boxen ab!
Wie eingehend gesagt: EXHALE halten die gute Lanze des skandinavischen Grindcores schön hoch und schaffen es locker ihr Debütalbum zu toppen! Langsam aber sicher bewegt sich die Truppe mit Mitgliedern aus Inevitable End und Anata gefährlich Nahe an Rotten Sound heran. Wenn der Nachfolger von „Blind“ noch mal so eine ordentliche Schippe an Aggression und purer Wut drauflegt, müssen sich einige Bands war anziehen – und einige Fans einen neuen Ikonenschrein aufstellen.
Solange sollte sich aber jeder Fan von skandinavischem Grindcore aber erstmal zum aktuellen Album greifen – das ist keine Empfehlung, sondern ein Befehl!

[rating:4.5]

Infos:
Dark Balance – 02.04.2010
CD – 15 Lieder / 29:15 Min.