Convulse – World Without God

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Relapse ist mir als Label irgendwie sympathisch! Es unterhält nicht nur „The next big Thing“, sondern bietet sowohl Newcomern wie auch fast längst vergessenen Bands eine Plattform. Wie vor kurzem erst bei Nirvana 2002 und ihren Demos wird nun das Debütalbum „World Without God“ (1992) der 1994 zu Grabe getragenen CONVULSE wieder veröffentlicht, garniert mit den Aufnahmen des „Resuscitation Of Evilness„-Demos (1990) und zwei Live-Stücken (inklusive dem Bathory-Cover „Countess Bathory„).
Somit ist schnell klar, dieser Klumpen alter Death Metal-Schule aus Finnland ist nichts für heutige Trendreiter! Dafür scheppert alleine der Sound zu sehr, werden zwar einige Klischees bedient, aber alleine auf Grund des Alters nur diese, die das Genre damals so groß und interessant gemacht haben. Zugegeben, aus heutiger Sicht sind die Songs nicht mehr auf „Höhe der Zeit“ und vielleicht sind sie auch nicht alle zeitlosen Klassiker. Aber sie besitzen etwas, was vielen Bands heute abhanden gekommen ist: düstere und böse Atmopshäre, also genau das, was das „Death“ in Death Metal ausmacht – oder zumindest mal ausgemacht hat. Und da unterscheiden sich CONVULSE ein wenig von ihren Kollegen aus Schweden, die besondere Stärke liegt nicht immer im fetten Groove oder schnellen Blastbeats, sondern gerade in den etwas langsameren, schweren und vor allen Dingen sehr atmosphärischen Parts.
Doch das heißt nicht, dass Geschwindigkeit und Aggression zu kurz kommen! Auch wenn „World Without God“ nicht den Preis für die anspruchsvollsten Songs gewinnen wird, sind die Lieder sowohl im einzelnen, wie auch im Ganzen sehr abwechslungsreich.
Und auch bei heutigen Standards sind „Blasphemous Verses„, „Resuscitation Of Evilness„, „Infernal End“ oder „Godless Truth“ richtig geile Death Metal Songs, die den Kauf von „World Without God“ durchaus alleine rechtfertigen!
Über den Sinn und Zweck des Bonus-Materials kann man wie immer streiten. Auf der einen Seite bekommt man als Fan etwas geboten. Doch als Besitzer des Originals braucht man die Demo-Songs wohl mehr um das Sammlerherz zu befriedigen, denn aus irgend einem anderen Grund. Der Sound des Demos scheppert richtig und bei den Live-Aufnahmen muss ich wohl nicht erst von der Tonqualität anfangen. Als kleine Beigabe zum eigentlichen Album ist es aber vollkommen in Ordnung!

Wer das Album also noch nicht hat, aber auf alten (schwedischen) Death Metal mit viel Feeling steht, sollte sich das Debüt von CONVULSE zulegen, jetzt, wo man wieder die Gelegenheit hat.

Keine Wertung bei dem Re-Release!

Infos:
Relapse Records – 25.01.2010
CD – 16 Lieder / 60 Min.