27.03.2010 – Goregrind Over Wermelskirchen

 

Infos:
Samstag, 27.03.2010
im AJZ Bahndamm, Wermelskirchen
Einlass: 19h
Beginn: 20h
Eintritt: 12 Euro

Mit Erotic Gore Cunt, Rectal Smegma, Cliteater, Mucupurulent, Rompeprop

Der Goregrind zieht durch Europa und wo ist ein besserer Halt für den perversen Krach als bei der Fistfuck-Family in Wermelskirchen? Nirgendwo! So wurde das Tour-Billing ganz im Rahmen der Deutsch-Niederländischen-„Freundschaft“ noch durch zwei einheimische Kapellen erweitert um eine ordentliche Feier auf die Beine zu stellen.

Einlass war vergleichsweise früh, um 19h öffneten die Pforten des sympathischen Jugendzentrums, was bei 5 Krachkapellen aber auch mehr als verständlich war. Nach einer kurzen Stärkung in Form einer lecker Manta-Platte beim nahe gelegenen Imbiss kamen wir auch pünktlich zur ersten Kapelle um 19:50h wieder in den Bahndamm wo die Auricher EROTIC GORE CUNT ihre kleinen, schmutzigen Sex-Phantasien ins Publikum brüllten. Mit ihrer neuen CD „The Gore Clit Arise“ im Gepäck wurden entsprechend viele Songs von der Platte präsentiert. Der Song „Your Cunt/Pussy Smells Like Cheese“ wurde sogar mit Unterstützung einer „Tänzerin“ im typischen Torture-Porn-Outfit begleitet.
Das Publikum lechzte förmlich nach simplen Goregrind und war entsprechend Dankbar. So hatte scheinbar niemand im Publikum ein großes Problem damit, dass EROTIC GORE CUNT sehr zweidimensional agieren und ihre Songs eigentlich nur aus zwei Riffs bestehen. Eher im Gegenteil, die Matten flogen und das ein oder andere Pit wurde fröhlich eröffnet. Ein sehr gelungener Auftakt des Abends, der auch meine These stützte, dass das simple Material der Band wohl live mehr Potential als auf CD hat!

Passend zur dargebotenen Musik auf der Bühne bot Marco von Rotten Roll Rex ein reichhaltiges Programm an versautem Krach aus Cyber-, Gore- und Death-Grind an, sowohl auf CD und Schallplatte, wie auch auf T-Shirts. So konnte man zwischen den Bands sehr nett stöbern und sich mit genug Krach für die Heimfahrt eindecken. Wie immer habe ich mich sehr über das Verkaufsprogramm im AJZ gefreut, eigentlich sollten viel mehr Veranstalter noch einen Händler mit ins Programm aufnehmen!

Nun waren die Niederländer am Zug und RECTAL SMEGMA wurde in den Kampf geschickt. Im Vergleich zu den Masken-Männern von Erotic Gore Cunt konnten unsere Gäste direkt vom Anfang an ziemlich für unser Nachbarland Punkte sammeln! Hier stimmte alles, Spielfreude, Songs, Groove und Bühnenshow, alles war perfekt! Besonders das Charisma von Sänger, Bassist und auch Schlagzeuger war unglaublich packend und ein geiler Tanz konnte das Material der Jongens verdammt unterhaltsam präsentieren! Entsprechend war auch die Publikums-Resonanz, die für ordentlich Party vor der Bühne gesorgt hat. Schon jetzt stand der Gewinner des Abends fest, RECTAL SMEGMA war nicht mehr zu toppen, ein einfach nur geiler Auftritt, mehr muss nicht gesagt werden!

Nach so viel geiler Tulpen-Action durften die Niederlande direkt ihr nächstes Pferd ins Rennen schicken: CLITEATER. Doch leider war der Sound hier nicht ganz so pralle, so dass die Stimmung etwas brauchte, bis sie in Fahrt war. Das Publikum ließ sich aber nicht abschrecken, feierte dennoch gut und stürmte im späteren Verlauf des Sets sogar die Bühne mit mehreren Mann. Dabei gingen die Fans so harsch voran, dass der Song abgebrochen und neu angefangen werden musste. Nach dem Stück wurden die Leute wieder vor die Bühne gekehrt, damit CLITEATER ihr Set zu Ende bringen und mit dem obligatorischen „Eat Clit Or Die!“ beenden konnten. Insgesamt nicht so stark und mitreißend wie Rectal Smegma, aber immer noch sehr unterhaltsam, wie man es von CLITEATER kennt.

Zeit für die zweite und letzte deutsche Band des Abends um sich zu beweisen. MUCUPURULENT sind schon lange genug dabei und haben sich die Position als Co-Headliner dieser Veranstaltung verdient. Und die „Stoner-Rocker“ des Goregrind wurden auch gut aufgenommen! Hart, dreckig und rau groovte sich das Trio ohne Bass durch ihr Set und konnte den Fans sogar ein paar neue Nummern vom kommenden Album präsentieren – das letzte liegt ja nun auch lange genug zurück… Auf jeden Fall wurde diese Geste dankbar angenommen und vor der Bühne gut gefeiert. Auch wenn mir der Auftritt gut gefallen hat, ist er doch relativ spurlos an mir vorüber gegangen und es fällt mir aktuell irgendwie schwer, beschreibende Worte im Nachhinein zu finden. An dem Abend selber war ich jedenfalls positiv angetan, das weiß ich noch mit Sicherheit, haha!

Kurz vor Mitternacht, das große Finale des Abends stand an: ROMPEPROP durften nochmal die gleiche Gore-Groove-Keule rauspacken, die Erotic Gore Cunt oder Rectal Smegma zuvor schon in der Hand hatten. Wesentlich besser, als die deutschen Opener, leider aber nicht so fett mitreißend, wie ihre Landsleute sollte der Headliner-Posten von ROMPEPROP aber dennoch als gerechtfertigt bestätigt werden! Im Vergleich zum letzten Konzert, wo ich die Tulpen-Perversos gesehen habe, hat das Kunstblut um einige Liter nachgelassen, ist auf quasi Null runder reduziert worden. Doch nur wenige Bands reduzieren sich auf Kunstblut, viele schaffen auch musikalisch zu überzeugen. So auch ROMPEPROP, die mit „As She Licked My Only Ball„, „Embryo-yo“ oder „Vaginal Luftwaffe“ die Leute schnell zum Tanzen bringen konnten. Natürlich konnte der Klassiker „Dislocated Purple Stoma“ vom ersten Album genau so sehr überzeugen, wie die neu präsentierten Songs vom kommenden Album.
Etwas nervig an dem Auftritt war eine junge Dame mit viel Geltungsbedürfnis, die sich immer wieder schön mittig vor der Bühne präsentieren musste. Anfangs war es noch nett, auch mal eine Frau auf einem Goregrind-Konzert auf der Bühne zu sehen. Doch im Laufe des Sets wurde diese Form der Selbstdarstellung doch etwas nervig. Wäre das Mädel den vereinzelten Rufen aus dem Publikum nach körperlicher Entblößung nachgekommen, könnten wir alle sicherlich nochmal ein Auge zudrücken (; Aber für diesen „Show-Effekt“ konnte die Band nichts, also will ich das auch gar nicht groß als Kritikpunkt an dem Auftritt werten!
Als Rausschmeißer kramten ROMPEPROP in der Klassiker-Schublade und wurden zum Schluss nochmal „Porn To Be Wild„. Schade, denn „We want Gore“ – zumindest ich, haha! Aber mit der derben Cover-Version konnte die Meute wohl auch gut leben und so nahm der musikalische Teil des Abends um ca. 1:20h sein Ende.

Wie immer war dieser Konzertbesuch in Wermelskirchen verdammt fett und unterhaltsam. Selbst, dass einige Bands nicht komplett auf ganzer Ebene überzeugen konnten, wurde durch die sehr gute, ausgelassene Stimmung so gut kompensiert, dass es zu keiner Sekunde langweilig oder langatmig wurde. Ich freue mich jetzt schon auf meinen nächsten Besuch im AJZ und werde mich wohl bald nochmal genauer mit dem Gewinner des Abends, Rectal Smegma beschäftigen.