In Mourning – Monolith

 , , ,

Eigentlich sollte ich mich schon mal im voraus bei der Band entschuldigen! Wenn ich depressive Musik hören will, brauche ich dabei auch die notwendige Heavyness und Tiefe, wie z.B. bei Katatonia. Moderne Elemente wie Breakdowns und Stakkatos will ich nicht als Selbstzweck, sondern aller höchstens als Mittel zum Zweck, wie bei Man Must Die oder The Boy Will Drown. Bei progressivem Death Metal will ich emotionale Virtuosität spüren, wie bei Obscura oder Disillusion. Auch total verrückte Elemente wie bei Ephel Duath oder der ersten Cynic sind da gerne willkommen! Und bei melodischen Death Metal brauche ich immer noch die nötige Härte und manchmal auch Geschwindigkeit, damit ich nicht denke, ich hätte den Radiosender meiner Oma an!

Doch auf der anderen Seite gibt es viele Leute, die ähnliche Ansichten wie ich haben und somit haben IN MOURNING einfach Pech gehabt, dass ich sie mit meiner absolutistischen Meinung rezensieren muss oder darf! Denn der ein oder andere Leser hier mag mit Pulverised Records aus Singapour oldschool Black, Thrash und Death Metal assoziieren und könnte bei „Monolith“ ganz gut auf die Schnauze fallen! Hier ist nichts mit oldschool und auch das Schildchen „Death Metal“ würde ich nur bedingt auf IN MOURNING packen! Viel mehr gibt es hier Parallelen zu Dark Age oder Insomnium. Leicht melancholischer, moderner Metal. Mal mehr, mal weniger mit einem Hauch Death. Dafür mit vielen Stakkatos und ab und an auch Breakdowns, dass mir die Sache schon nicht mehr wirklich gefällt.
Der progressive Ansatz ist sehr nett gemeint. Doch leider zieht er sich nicht konsequent wie ein roter Faden durch die Lieder, sonder kommt immer nur in relativ plakativen Stellen zwischen den ziemlich ryhthmusorientierten Hauptpassagen der Songs zum Einsatz. Für Technik-Freaks und Träumer, die sich gerne in verschachtelten Konstrukten verlieren ist „Monolith“ also weniger zu empfehlen.
Die wenigen Zitate moderner Hypocrisy wie in „Shade Of Plague“ sind leider zu wenig vertreten, um es dem Anhänger modernem, melodischen Death Metal schmackhaft zu machen. Selbst die vereinzelten Blastbeats verhelfen den Songs nicht zu der gewünschten Härte und Aggressivität.
Größtes Kino auf dem zweiten Album der Melancholiker ist wohl „The Poet And The Painter Of Souls„, das richtig dick im Uptempo rockt und vom geilen Lead fast schon an Post-Hardcore erinnert. Doch auch wenn ähnliche Ideen wieder in „Pale Eye Revelation“ aufgefasst werden, fehlt es etwas an dem verzweifelten Nihilismus, der dieses Genre für mich so interessant macht.

Trotz einiger netter Ideen und technisch sicherlich gut umgesetzer Elemente, bietet mir „Monolith“ nichts besonderes. Mir ist es an vielen Stellen zu melodisch, zu wenig hart und hat trotz deutlichem Gewicht auf der melancholischen Atmosphäre zu wenig Dichte, als dass es mich irgendwie berühren oder mitreißen könnte. Und ich denke, den meisten Lesern dieses Death Metal und Grindcore-Webzines wird es ähnlich gehen.
Fans von Dark Age oder Insomnium dürfen aber gerne ein Ohr riskieren und mir später in den Kommentaren vorwerfen, dass ich keine Ahnung hätte und diese Kritik einfach nur scheiße sei. Viel Spaß, ich bin großzügig und bewerte knapp unter Durchschnitt!

[rating:2]

Infos:
Pulverise Records / 25.01.2010
CD – 8 Lieder / 57:07 Min.