Embryo – No God Slave

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Ich will nicht behaupten, dass Keyboards nichts im Death Metal zu suchen haben. Stilfremde Instrumente bieten eigentlich fast immer eine extra Portion Salz in der Suppe und nicht zuletzt haben gerade viele der alten Helden durch den geschickten Einsatz des Tasteninstruments an den richtigen Stellen die Atmosphäre der Songs sehr gut betonen können. Dennoch ist es auffällig, dass bei der großen Masse an Death Metal Bands da draußen nur ein geringer Anteil ein Keyboard als permanentes Instrument im Band Line-Up verzeichnet. Und bei dieser kleinen Untergruppe an Bands ist die Anzahl der qualitativ guten Bands nochmal eine Nummer kleiner.
So bieten die italiener von EMBRYO auch keine direkte Ausnahme, denn auf ihrem zweiten Album „No God Slave“ macht das Tasteninstrument mehr kaputt, als dass es zu den Songs beiträgt. Anstelle von füllenden Klangteppichen wird das Keyboard zu sehr zur Melodieführung verwendet und verfällt so schnell vom Salz der Suppe zu einem Klumpen Zucker. Das Geklimper nimmt oftmals die Aggression und Härte aus den Songs.
Und auch in der klassischeren Instrumentalisierung schneidet EMBRYO nicht gerade gut ab. Melodischer Midtempo Death Metal mit leichtem Thrash Einschlag funktioniert eigentlich erst richtig, wenn die Gitarren nicht nur rhythmusorientiert arbeiten. Ausgefeilte Leads oder Melodien sind auf „No God Slave“ nur sehr selten vertreten. Und wenn sie mal durchkommen, wie in „Democratic Mankind Slaughter„, wirkt es ziemlich dünn und wenig druckvoll. Lediglich der Uptempo-Thrasher „Among The Living Dead“ funktioniert, nicht zuletzt wegen dem coolen Blastpart und den passend eingesetzten Keyboards!
Ansonsten ist mir die Ausrichtung der Truppe zu rhythmusorientiert, stakkatolastig und modern ausgerichtet, ohne dabei wirklich durch virtuose Ideen aufzufallen. Vereinzelte Lieder haben nette Ideen. Doch insgesamt ist das Album zu süß, zu keyboardlastig um einen wirklichen Hörspaß zu entwickeln.
Fans von Keyboard Death Metal sind bei Killing Spree oder den göttlichen Dark Tranquillity deutlich besser aufgehoben, die beide mit allen Instrumenten wesentlich mehr punkten können, als EMBRYO.

[rating:2]

Infos:
Rising Records – 15.02.2010
CD – 10 Lieder / 36:18 Min.