Abraxas – Wretched Existence

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Irgendwie bin ich positiv überrascht! Da kommt mal ein All-Star-Projekt um die Ecke und es wird nicht an allen Ecken und Kanten ein Hype geschürt! Dabei braucht sich das Trio hinter dem ziemlich flachen Schwarzwurzel-Namen ABRAXAS beim Name-Dropping eigentlich nicht verstecken: Drums macht Lance Wright (Vile Live-Drummer), die Saiten-Instrumente kommen von Makoto Mizoguchi (Pyrexia, Disembowel und Hate Eternal als Live-Musiker) und Gesang ist Mike Hrubovcak (Monstrosity, Vile, Divine Rapture). Ein illustres Trüppchen also und die grobe Fahrtrichtung erschließt sich deduktiv aus dem Kontext: Oldschool US Death Metal!
Da die Truppe gerade mal 2009 gegründet wurde, ist „Wretched Existence“ auch nur ein kleiner Appetizer auf das kommende Full-Length. Auch wenn deutliches Potential an einigen Ecken und Kanten spürbar aus den Boxen quillt, muss ich dennoch sagen, dass mich die MCD nicht wirklich aus den Latschen haut. Genau kann ich nun auch nicht benennen, warum. Aber Du kennst das sicher auch, ein gewisses Etwas fehlt an der Musik und du kannst nicht genau sagen, was es ist.
Dabei fängt „Eternally Erased“ sehr nett an und überrascht mit einem coolen Bass-Solo! So was hört man im Death Metal auch nicht oft. „A Species Untrue“ ist aber insgesamt deutlich besser als der Opener der EP und geht mit der leicht düsteren Atmosphäre in Richtung Incantation, wie auch „Folding For Our Demise„, in dem auch ein wenig der Technik-Faktor hochgeschraubt wird. Aber so fit auch alle Musiker an ihren Instrumenten sind, hier geschieht nichts aus Selbstzweck, sondern die ganzen Songs sind ziemlich kompakt auf den Punkt gebracht! Eine deutliche Stärke von „Wretched Existence„.
Der beste Song auf dem Teil ist aber das abschließende „Agony Absolution„, das richtig düster und brutal ist. ein richtig geiles oldschool Brett, was Interesse an Mehr weckt! Also ist „Wretched Existence“ unter dem Strich absolut nicht schlecht! Gut ist das beschreibende Wort der Wahl. Dennoch reißt sie mich nicht wirklich mit – bis auf besagter Abschluss der CD. So bleibt für meinen Teil die Full-Length abzuwarten und zu hoffen, dass darauf mehr Knaller im Stile von „Agony Absolution“ sind.
Wer auf alten US Todesstahl der Marke Monstrosity, Cannibal Corpse, Malevolent Creation oder Incantation steht sollte der Band dennoch mal ein Ohr leihen und ein Auge auf die Entwicklung halten!

[rating:4]

Infos:
Relapse Records – 15.12.2009
MCD – 4 Lieder / 15:42 Min.