The Grotesquery – Tales Of The Coffin Born

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Kam Lee braucht dringend ein Hobby! Und zwar eins, mit dem er nicht unbedingt seine Mitmenschen belässtigt und vielleicht sogar benachteiligt! Aktuell scheint seine Freizeitbeschäftigung nämlich darin zu liegen, schnell mal eine neue oldschool Death Metal Band zu gründen, innerhalb kürzester Zeit wie am Fließband ein paar Songs zu schreiben und diese dann direkt über ein Label als Album zu veröffentlichen, nur um dann direkt gleiches Spiel mit einer neuen Band zu machen. So geschehen zuerst mit Bone Gnawer, wo das Ergebnis des Schnellschusses noch langweiliger als Six Feet Under war. Und nun geht es weiter mit THE GROTESQUERY. Zugegeben, das neue Spielzeug mit dem Frontsänger, der sich scheinbar immer noch auf seiner damalige Teilnahme an Death/Mantas ausruht, ist wesentlich besser als Bone Gnawer. An manchen Stellen macht das Teil sogar richtig Spaß und kann mit der nötigen, düsteren Atmosphäre für Death Metal überzeugen. Dennoch hinterlässt diese Vorgehensweise einen fahlen Beigeschmack bei mir. Immerhin besteht THE GROTESQUERY zur Hälfte, und damit auch den wichtigsten Mitgliedern für das Songwriting und Auftreten einer Band aus Bone Gnawer: Sänger und Gitarrist, beide wohl durch Sound und als Saitenzupfer auch im Kompositorischen sehr wichtige Charaktere in einer Band. Warum konnte man also seine Ideen nicht in der einen Band austoben und sich dort an Qualität versuchen, anstatt eine weitere Band zu gründen?
An dieser Stelle sieht man nämlich wieder, wohin das beliebte Name-Dropping führt: Kaum hat man eine Band, in der „große Namen“ auftauchen, bekommt sie direkt für ihr Debüt-Album einen Label-Deal. Egal, ob vorher ein Demo mit den Songs draußen war und von der Qualität der Band überzeugen konnte, oder nicht. Kleinere Bands, die qualitativ wesentlich besser sind, bekommen diese Chance auf ein Album nicht, auch wenn sie sich jahrelang im Underground mit Demos und Eigenproduktionen beweisen konnten. Eine Schande!
Doch diesen moralischen Aspekt will ich hier eigentlich nicht weiter vertiefen! Es geht um „Tales Of The Coffin Born„!
An und für sich bietet die Scheibe der 2009 gegründeten Kapelle aus Florida leichte und leicht düstere Unterhaltung irgendwo zwischen Blood Red Throne und Bloodbath. Doch leider ist das Vorgehen immer relativ gleich, alle Songs beginnen mit einem ähnlichen Intro-Sample, was wohl als Konzept zu verstehen ist – und spätestens nach der Hälfte der Lieder nur noch nervt. Weiterhin zeigt sich die immer gleiche Vorgehensweise in zwar ziemlich homogenen – und leicht vorausschaubaren – Songs, die aber auch schnell in Monotonie verfallen. Ein paar mehr Ausbrecher in andere Geschwindigkeiten hätte ich mir alleine um der Abwechslung Willen gewünscht. Zum Glück gibt es aber das fetzige „Sepulchre Macabre„. Auch das leicht Schleppende „Fall Of The House Of The Grotesque“ macht ordentlich Spaß. Doch bis dahin trifft zwar auch auf einige gute Songs, doch überwiegend auf mittelmäßige bis lückenfüllende.

So bleibt zwar ein gutes Album, was durch seinen fahlen Beigeschmack, die langsam steigende Monotonie und die eher langweiligen Songs doch gerade mal über den Durchschnitt kommt. Fans der letzten Blood Red Throne und von konsequent durchgezogenem Midtempo-Death Metal können mal ein Ohr riskieren, jeder, der etwas Abwechslung sucht ist hier definitiv falsch!

[rating:3.5]

Infos:
Cyclon Empire – 10.01.2010
CD – 10 Lieder / 46:05 Min.