RazorRape – Unleashing The Shemales Of Vengeance

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Rotten Roll Rex melden sich mit neuem Krach für kaputte Leute zurück. Dieses Mal mit einem Projekt von niemand geringerem als Deranged-Brüllnase Martin Schönherr, der hier zusammen mit Niklas Lindeke (Carnalist) seinen kleinen Perversionen frönt. Denn mit Deranged hat RAZORRAPE wenig zu tun, hier gibt es ordentlich brutalen Goregrind mit deftigem Einschlag aus dem Slam Death Metal. Die Vocals sind meistens übelst unverständlicher Frognoise und brechen nur selten mal in etwas Bree-Bree aus. Wenn mein Staubsauger mal solche Geräusche hinbekommen würde…
Doch was nun vielleicht viel versprechend für die meisten Gorehounds klingt, ist in Realität leider nicht ganz so spannend, wie man vielleicht meinen mag. Das liegt aber wohl mehr an der Limitierung des Genres, als an RAZORRAPE selber. Denn an manchen Stellen bricht die Band aus ihrem Schema aus und überrascht mit dem punkigen „Hey Whore, Let’s Gore“ oder dem richtig rockenden Titeltrack. Zwei wirklich hervorragende Songs mit Hitcharakter, von denen ich mir wirklich mehr wünsche! Bitte auf der nächsten Platte wieder solche Experimente!
Doch der Großteil funktioniert eigentlich immer gleich: Ein paar tackernde Blastbeats, kurze Bridge und dann kommt entweder a) Uptempo b) Midtempo-Groove oder c) Porngrind-Rumpelspaß um wieder im bekannten Blastpart zu enden. Dabei sind gerade die Böllerpassagen oft ziemlich eindimensioniert, sowohl im Riffing, wie auch in dem Beat, der über das ganze Album nicht einmal variiert. Doch wer braucht schon Abwechslung, wenn man es stumpf auf die 12 haben will?
Nichtsdestotrotz kommen aber auch in diesem beschränkten Rahmen ganz brauchbare Lieder bei raus, die durch kleine Abweichungen vom Schema doch im Gehör kleben bleiben. Sei es der fette Slam-Part in „Foreskin Face Mask„, das auch ein richtig cooles Riff hat, oder der CBT-Groove in „Five Inch Gag Hole“ oder das düstere Tapping-Riff in „Whip Her Dead„. Insgesamt hinterlassen RAZORRAPE doch einen guten Eindruck, wenn auch keinen hervorragenden.
Was mein Verhältnis zu der CD aber doch etwas beeinträchtigt ist die Spieldauer. Es gibt 16 Lieder in gut 31 Minuten. Davon sind aber 2 Songs live (und warum zur Hölle sagt er am Ende von „Beautiful GirlfriendDying Fetus mit „Kill Your Mother Rape Your Dog“ an, wenn der Song nicht gespielt wird?!?!) und eine Demo-Version von „Foreskin Face Mask„. In dieser Demo-Version ist nochmal gut vier Minuten Stille, bevor man als Hidden-Track einen richtig üblen Versuch eines Blues-Solos bekommt. Als Bonus sind die Live-Lieder und die Demo-Version zwar nett, aber kein wirklicher Ersatz für die Spieldauer einer Full-Length. Aber drauf geschissen, denn wie ich den Marco kenne, gibt es das Teil bei Rotten Roll Rex für einen Spot-Preis!
Wer also auf Spasm steht und sich etwas stumpfere Ahumado Granujo vorstellen kann, sollte RAZORRAPE mal eine Chance geben. Ich drücke auch ein Auge zu und vergebe so gerade noch vier Punkte (;

[rating:4]

Infos:
Rotten Roll Rex – 21.12.2009
CD – 16 Lieder / 31:16 Min.