Obscure Oath / Slaughter Of The Innocents – Split-CD

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Im Katalog von Rotten Roll Rex, zwischen Goregrind und Porngrind-Bands wirkt einer der aktuellen Releases schon fast ein wenig deplatziert. Die Split-CD von OBSCURE OATH und SLAUGHTER OF THE INNOCENTS ist nämlich lupenreiner Grindcore mit ordentlich Bezug zum Punk und den Anfängen des Genres und macht gerade deswegen verdammt viel Spaß!

Eröffnen dürfen OBSCURE OATH, die mit acht Liedern und gerade mal neun Minuten leider den kleinsten Teil der Split einnehmen. Verdammt schade, denn von den Jungs hätte ich gerne wesentlich mehr gehört! Alter Grindcore, der deutlich auf Terrorizer und World Downfall (sowohl das Album von Terrorizer, wie auch die kölner Band) Bezug nimmt und ziemlich angepisst die Songs dem Hörer entgegen brettert. Genau wie die genannten Vorbilder weiß man hier, wann ein cooler Midtempo-Part genau richtig ist und dass man mit guten, wiedererkennbaren Riffs im Ohr hängen bleibt. Das punkige „I’m Dead“ hat genau so Ohrwurmcharakter wie das wütende „Don’t Leave Me“ oder das leicht crust-angehauchte „One Minute To Die„. Hier sind nur Hits, Fans von genannten Grind-Heroen und Freunde von rotzigem Grindcore a la Cause Of Divorce oder Sound Of Detestation sollten dringentst zuschlagen!

[rating:5.5]

Auch die „zweite“ Seite der Split braucht sich vor dem Oldschool-Fan nicht verstecken. SLAUGHTER OF THE INNOCENTS gehen zwar wesentlich drastischer als OBSCURE OATH vor und brettern auf dem Blastbeat eigentlich permanent durch ihre Songs, haben aber auch genug alte Napalm Death, Extreme Noise Terror, Godflesh und Konsorten gehört, um zu wissen, dass man trotz aller Raserei auch griffige Elemente haben muss. So hat „Desire Is Their Damnation And Our Pleasure“ trotz dem totalen Chaos immer noch hohen Wiedererkennungswert wie auch „From Ashes“ oder „The Might Of The Wrap„.
Dass man seine Wurzeln kennt und ehrt, verdeutlichen „Devotion„, was als Hommage an Napalm Deaths „You Suffer“ erkennbar ist und in „Black Grinder“ huldigt man ganz eindeutig den alten Carcass. Nein, hier kann man definitiv nicht von Ripp-Off sprechen, dafür klingen SLAUGHTER OF THE INNOCENTS einfach zu gut!
Leider ist der Sound im direkten Vergleich zu OBSCURE OATH wirklich übel. Ein wenig leidet auch der Hörspaß darunter, wenn man gegen Ende an den wirklich ziemlich heftigen und anstrengenden Songs etwas die Lust verliert. Doch im Ernst, wer will schon glatt polierten Grindcore? So muss die Scheiße klingen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Saarländer liefern einen verdammt guten Job ab und sind definitiv Pflichtprogramm für den oldschool Grinder!

[rating:5]

An dieser Stelle ein großes Danke an Rotten Roll Rex für dieses kleine „Experiment“! Hoffentlich stößt die Split-CD auf ein paar offene Ohren, denn beide Bands haben etwas mehr Aufmerksamkeit definitiv verdient!

Infos:
Rotten Roll Rex – 21.12.2009
Split-CD – 24 Lieder / 31:10 Min.