Hymen Holocaust – Hot Love

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Genau wie die Tschechen haben es die Niederländer richtig gut drauf, wenn es um extreme Musik geht! So kommt quasi in direkter Folge zu den Rumpel-Perversos Rompeprop das Ein-Mann-Projekt HYMEN HOLOCAUST mit seiner neuen CD über Rotten Roll Rex daher! Hier in Deutschland müsste man bei so einer Konstellation ein bisschen bangen, dass es rumpelnde bis schlechte Songs, beschissene Drum-Computer und stupides Songwriting gäbe. Doch wie gesagt: Die Niederländer haben einfach ein Händchen für gute Musik!
So bietet „Hot Love“ richtig coole Grooves, ein charmant rumpelndes Schlagzeug und richtig geile, böse Riffs! Dabei scheint alles selber auf richtigen Instrumenten eingespielt worden zu sein, was dem Gesamtbild nur positiv beiträgt! Alleine der Drum-Sound, der sehr organisch und fast schon etwas nach Papp-Karton klingt, hat tausend mal mehr Stil und Feeling, als es bei 90% der anderen Solo-Projekten aus dem Goregrind der Fall ist.
Stilistisch liegt HYMEN HOLOCAUST sehr nahe an Rompeprop. Einige Songs haben sogar mehr als auffällige Parallelen. Doch die unglaublich geilen Riffs von Moms Cliteater (so das Synonym des Mannes hinter HYMEN HOLOCAUST) verschaffen eine eigene Note und eine begründete Daseinsberechtigung für „Hot Love„! Neben dem für den Goregrind zwingend notwendigem Groove (außer man ist LDOH…) kommt so nämlich noch eine richtig böse, abgrundtief düstere Atmosphäre in die Songs! Ich stehe total auf so eine Kacke und mir geht bei „Crackwhore Client“ oder „Whorified“ einfach nur einer ab!
Zwischen Groove und der fiesen Atmosphäre sind die Songs alle sehr abwechslungsreich in Tempo, Aggression und Aufbau, wobei sie immer sehr eingängig sind. Es gibt keine Blastparts oder stupides Chaos zum Selbstzweck, nein, die Lieder sind für Goregrind sehr durchdacht und stellenweise auch eingängig. Jeder Song rockt auf einem hohen Niveau und die Hit-Dichte von „Hot Love“ ist ebenfalls sehr hoch. So ist die CD sicher nicht nur was für Rompeprop-Fans, auch wenn diese wohl am schnellsten mit der Materie warm werden.
Weitere Sympathie-Punkte gibt es dafür, dass hier konsequent alle Samples passend zum Konzept des Albums aus Jörg Buttgereits „Hot Love“ stammen. Und genau so, wie Buttgereit mit seinen kontroversen Filmen die Menschen polarisiert, wird wohl auch HYMEN HOLOCAUST polarisieren. Entweder man lieb, oder man hasst sie.
Ich für meinen Teil bin gerade in „Hot Love“ und kann meine Empfehlung nur aussprechen! Goregrind-Fans greift zu!

[rating:5.5]

Infos:
Rotten Roll Rex – 22.12.2009
CD – 10 Lieder / 38:05 Min.