Despondency – Revelation IV (Rise Of The Nemesis)

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Ich weiß, eigentlich kommt dieses Review ein bisschen spät. Letztes Jahr im März via Brutal Bands erschienen, ist „Revelation IV (Rise Of The Nemesis)“ aber ein so verdammt gutes Album, dass ich nun fast ein Jahr nach Veröffentlichung doch noch eine Kritik schreiben muss. Zugegeben, das erste Full-Length von DESPONCENCY habe ich seinerzeit sträflich missachtet und gerade mal 4 von 6 Punkten vergeben. Eine Schande, wie mir nicht all zu lange nach dem Schreiben der Kritik aufgegangen ist. Aber passiert ist passiert, das Kind ist im Brunnen. Zum Glück habe ich die Qualität der Band damals schon auf der „Womb Of Shit“ CDr erkannt und war wohl beim Hören der „God On Acid“ etwas über den – damals meiner Meinung nach zu – klinischen Sound enttäuscht.
Nun haben sich DESPONDENCY zu ihrem zweiten vollen Album mächtig weiterentwickelt und gerade der etwas zu saubere Sound tut den Songs auf „Revelation IV“ richtig gut! Dieser ist im Vergleich zum Vorgänger wesentlich druckvoller und richtig wuchtig in den Tiefen. Dadurch entsteht einfach nur das Bild einer eiskalten Killermaschine, DESPONDENCY sind einfach nur unmenschlich!
Und das schöne an der CD: Trotz unglaublicher Brutalität und wirklich mörderischer Songs schaffen DESPONDENCY immer noch, gewisse Elemente in die Songs zu zaubern, dass sie einen gewissen Wiedererkennungswert erhalten. Direkt der Opener „Existence Of Dismay“ hat unglaubliches Hit-Potential für diese harte Art von Musik. „Victimize Their Idols“ steht seinem Vorgänger in nichts nach, bekommt aber prominente Unterstützung von Matti Way (Liturgy, Disgorge, Pathology) an den tierisch fiesen Frognoises. Doch richtig den Vogel schießt „Invidious“ und der Titeltrack ab, die wirklich verdammt böse und dennoch catchy sind! Wirklich geniale Songs!
Überraschend ist dann fast „Silent Extinction„. Auch wenn DESPONDENCY den Slam Death Metal von Bands wie Disgorge oder Devourment adaptiert und weiterentwickelt haben, sie Meister in brutalen Hochgeschwindigkeitsorgien sind, trauen sie sich akustische Gitarren und einen vergleichsweise langsamen, aber dadurch extrem bösen Song zu spielen! Ein wirkliches Highlight auf einer CD, die eigentlich nur aus Hits besteht. Als Tribut an ihre Vorbilder gibt es noch „Sermons Of Mockery“ von Pyrexia, das handwerklich saumäßig gut geworden ist und wirklich genau so killt, wie die anderen Songs!

Wäre ich ein Richter, ich würde DESPONDENCY einige Jahre für „Revelation IV“ hinter Gitter bringen. Wegen Körperverletzung. Denn das Album ist wohl das momentan brutalste und kompromissloseste Werk brutalen Death Metals, der nicht immer nur durch hohe Geschwindigkeiten provozieren will, sondern gerade durch geschickte Wechsel in Tempo und Rhythmik langzeitigen Unterhaltungswert bietet und die Position der Norddeutschen Band an der Speerspitze des deutschen Death Metals festigt. Hier besteht Kaufpflicht für ALLE Fans brutaler Musik, wenn sie die CD nicht im letzten Jahr bereits erworben haben!

[rating:6]

Infos:
Brutal Bands – 27.03.2009
CD – 9 Lieder / 38:00 Min.