Cattle Decapitation – The Harvest Floor

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Wieder mal ein Review in der Rubrik: Eigentlich viel zu spät! Denn das letzte Album von CATTLE DECAPITATION, „The Harvest Floor“ ist vor knapp einem Jahr erschienen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das vierte Full-Length der misanthropischen Tierfreunde ein verdammt gutes Death-Grind-Album geworden ist, das erfrischend eigene Akzente verwendet.
Direkt im Opener „The Garden Of Eden“ überrascht die Band mit einem sehr atypischen, düster-atmosphärischen Teil, der durch den extremen Keifgesang an Stimmung gewinnt. Nicht jede Band dieses Genres hätte sich getraut, die Geschwindigkeit aus einem Song so extrem raus zu nehmen und so sehr auf Atmosphäre zu setzen! Dafür gibt es gleich im Anschluss auf diesen extrem coolen Teil einen ziemlich brutalen Gravity-Blast-Part, der wirklich alles nieder metzelt. Generell verwenden CATTLE DECAPITATION erfreulicherweise die Gravities als Mittel zum Zweck und nicht als Selbstzweck. Und durch coole Ideen für stimmungsvolle Riffs wirken diese Passagen um längen brutaler als bei den meisten Brutal Death Metal Bands, alleine „Into The Public Bath“ oder „A Body Farm“ sind da sehr bezeichnend.
Letztgenannter Song hat bekanntlich unfreiwillige Popularität erlangt, nachdem der „Betreiber“ einer amerikanischen Hinterhof-Bodyfarm aufgeflogen ist, und zufälligerweise „The Harvest Floor“ in seiner Hütte liegen hatte. Doch diese traurige Art der Werbung hat der Song gar nicht nötig, er rockt auch so wie Sau!
Richtiges Hit-Potential hat „We Are Horrible People„, das vergleichsweise melodisch und düster und trotz der fetten Brutalität sehr eingängig ist.
Für das Wortspiel „In Axetasy“ sollte es eigentlich noch einen weiteren Bonuspunkt geben, doch leider sind die Songs in der zweiten Albumhälfte etwas schwächer. Dabei heißt das nicht viel, denn die Lieder rocken auch so ordentlich, besitzen halt nur nicht so das Hitpotential, wie die ersten vier Lieder der CD. „The Product Alive„, „In Axetasy“ oder „Into The Public Bath“ bieten dennoch technisch anspruchsvollen Death-Grind auf wirklich hohem Niveau!
„Tiefpunkt“ ist wohl „The Ripe Beneath The Rind„, das ziemlich chaotisch ist, und wohl eher der Cephalic Carnage-Fraktion gefallen dürfte.
Gegen Ende des Albums zeigen CATTLE DECAPITATION aber nochmal ordentlich Eigenständigkeit in dem fast fragilen Instrumentalstück „The Harvest Floor“ und im abschließenden „Regret & The Grave„. Hier wird komplett atypisch für die Stilistik eine Geige für das Intro-Lead verwendet und verleiht dem Song eine eigenständige Note. Auch wenn der Song vergleichsweise langsam ist, ist er sehr brutal und gipfelt in einem verdammt gemeinen „Refrain“. Ein sehr gelungener Abschluss für ein sehr gutes Album!

The Harvest Floor“ ist definitiv ein Höhepunkt im sonst eher dumpfen Death-Grind-Sumpf und kann mit Eigenständigkeit und Köpfchen sowie ziemlich cooler, düsterer Atmosphäre überzeugen. Eines der Highlights aus dem letzten Jahr!

[rating:5]

Infos:
Metalblade – 20.01.2009
CD – 10 Lieder / 37:31 Min.