Be’lakor – Stone’s Reach

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Depressiver, düsterer und melodischer Death Metal, wie man ihn zum Beispiel von Insomnium aus Finnland erwartet, dieses Mal aber aus dem warmen Down Under von BE’LAKOR. Mit Insomnium hat das australische Quintett aber auch nur marginal gemein. Hauptsächlich spielt man zwar im atmosphärischen Midtempo, doch durch die Keyboards und einige Riffs kann man mehr Parallelen zu Dark Tranquillity auf dem zweiten Album „Stone’s Reach“ finden. Nur eben nicht ganz so hart, sondern an manchen stellen eher fragil und melancholisch, so dass neben dem Melodic Death Metal sicherlich auch der Dark Metal eine geeignete Schublade für BE’LAKOR wäre.
Die Songs sind verdammt vielschichtig und erreichen progressive Ausmaße, mal mehr gitarren-betont, wie im Opener „Ventor“ und mal mehr keyboard-lastig, wie in „Countless Skies„. Der Song ist übrigens wirklich der Hammer, wenn es leicht und fragil beginnt, melancholisches Piano auf Six Feet Under-Vocals trifft, sich alles immer weiter in Härte steigert und epische Ausmaße bekommt!
Ebenso ist „Aspect“ sehr gelungen, wenn härte und Atmosphäre aufeinander treffen. „Outlive The Hand“ und „Sun’s Delusion“ sind dabei die Höhepunkte der Scheibe, die sehr eindrucksvoll zeigen, dass man modernen, keyboard-unterstützten Death Metal mit viel Melodie und Atmosphäre machen kann, oder direkt in die Weich-Ei-Richtung von Dark Age abzurutschen. Hier können sich die verkappten Hamburger echt eine richtig dicke Scheibe abschneiden und sich schön mit der Pussy-„Acedia“ verstecken gehen!
Zugegeben, gerade durch den hohen atmosphärischen Anteil und die progressiven Songstrukturen zünden nicht alle Songs direkt. „From Scythe To Sceptre“ oder „Held In Hallows“ bleiben mehr oder minder auf der Strecke. Für den durchschnittlichen Leser dieses Magazins dürfte es auch ein wenig an härte mangeln. Doch wenn man sich etwas auf „Stone’s Reach“ einlässt, hat man ein sehr nettes Album mit viel Atmosphäre.

[rating:4]

Infos:
Kolony Records – 16.12.2009
CD – 8 LIeder / 59:27 Min.