Aosoth – Ashes Of Angels

 , , , ,

Aosoth - Ashes Of Angels
Aus Frankreich kommen momentan einige ziemlich angesagte und gute Black Metal Bands: Deathspell Omega, Blut Aus Nord, Glorior Belli nur um ein paar zu nennen. Entsprechende Erwartungen hat man also auch an AOSOTH, die ihr zweites Album „Ashes Of Angels“ über das polnische Agonia Records veröffentlicht haben. Für den Death Metal-Fan werden die Erwartungen nochmal höher, wenn man mitbekommt, dass ex-Aborted Gitarrist Sebastian Tuvi bei AOSOTH alle Instrumente übernommen hat.
Doch leider ist die Enttäuschung nach diesen hohen Erwartungen nicht ganz abzuwenden. Der Opener „Songs Without Lungs“ böllert zwar gut aus den Boxen, hat aber null Atmosphäre und ist einfach nur langweilig und vorhersehbar. Der mehr als üble Sound tut das seine zur allgemeinen Enttäuschung. Doch zum Glück: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und so hat man sich spätestens ab „Path Of Twisted Light“ an den Sound halbwegs gewöhnt. Denn hier kommen AOSOTH endlich mal aus den Puschen und machen nicht mehr 08/15-Standard-Langeweile-Black-Metal. Hier wird es richtig kalt, düster und vor allen Dingen dissonant! Der Song ist eine fies schleppende Terror-Nummer und damit ein richtig geiler Song! „Teaching / Erasing“ schafft es an dieses Audio-Terror anzuschließen und in „Summon The Dead“ schaffen es AOSOTH auch das erste Mal auf der CD, einen interessanten Blast-Part zu schreiben. Wahrscheinlich auch nur, weil der Song auch wieder so unglaublich fies ist, und nicht so berechenbar wie „Embrace And Enlightment„. Nach dem fetten, infernalischen Terror wirkt „Cies Out Of Heaven“ fast schon richtig melodisch und auch annehmbar cool. Ebenso kann „Banished“ mit einigen sehr geilen Ideen überzeugen, die ich mir mehr auf dem gesamten Album gewünscht hätte.
So besteht „Ashes Of Angels“ zum großen Teil aus durchschnittlichen Songs. Nette Ideen finden sich verdammt viele auf dem Album und es gibt drei hervorragende Terror-Lieder! Hätte das Zwei-Mann-Projekt mehr in diese Richtung tendiert und mehr ihre eigenen, verrückten Ideen in die Songs eingebracht, wäre auch eine wesentlich höhere Wertung drin gewesen. So bleibt aber nach oben noch viel Spielraum und ich hoffe, dass das nächste Werk in ähnlich zerstörerische Sphären vordringt, wie Deathspell Omega, das Potential wäre vorhanden!
Wirklich verdammt knappe vier Punkte!

[rating:4]

Infos:
Agonia Records – 19.10.2009
CD – 10 Lieder / 45:37 Min.