Ruins – Front the Final Foes

 ,

Ruins - Front the Final Foes
RUINS aus Tasmanien zeigen uns mit ihrem dritten Album „Front The Final Foes„, dass der tasmanische Toifel auch Schwarzwurzelholz mag und nicht unbedingt immer in wilder Raserei durch das Land zieht. Denn auch wenn Drummer David Haley, hier wohl dem geneigten Leser eher von Psycroptic oder seiner Aushilfsarbeit bei Aborted bekannt, durch seine anderen Bands eher auf technisch vertracktes Hochgeschwindigkeitsgeböller hoffen lässt, geht das Duo aus Down Under in den Songs eher gemächlich zur Sache; „Front The Final Foes“ bewegt sich hauptsächlich im fetten Midtempo.
Doch das heißt nun nicht, dass man nicht daraus ausbricht und mal ins Uptempo oder in Blastbeats verfällt! Wilde Black Metal Raserei wie in „Keeping This Crown“ ist jedoch eher selten der Fall.
Natürlich ist das Tempo auch nach unten hin offen und mit „Annihilate“ bekommt man einen vergleichsweise langsamen, aber dafür richtig kalten, düsteren Song, der im Blast-Teil dafür etwas langweilig wirkt, weil der Rest so herrlich funktioniert hat. Leicht exotisch mutet „With This Winged Words“ an, wenn ein langsamer, fast Blues-artiger Part für Überraschung sorgt. Schade, dass sich das Lied gegen Ende hin etwas verläuft…
Doch trotz vieler netter Ideen und einiger ziemlich atmosphärischen Stellen, reißen mich RUINS nicht ganz in ihren Bann. Für das richtige Black Metal Feeling fehlt mir stellenweise die Raserei und der blanke Hass. So scheppert das stellenweise gut stapfende Midtempo größtenteils an mir vorbei und erlangt nur bedingt langzeitigen Unterhaltungswert.
Doch wer sich vergleichsweise moderatem Black Metal zugeneigt sieht, kann gerne mal ein Ohr riskieren, denn schlecht sind RUINS nicht wirklich. Nur eben können sie nicht gegen die anderen Black Metal Scheiben an, die mich dieses Jahr dieser Stilistik etwas näher gebracht haben.

[rating:3.5]

Infos:
Debemur Morti – 30.09.2009
CD – 8 Lieder / 44:42 Min.