Ravens Creed – Albion Thunder

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Ravens Creed - Albion Thunder
Ich bin ja bekennender Anachronist. Auch wenn ich gerade mal Mitte 20 bin, romantisiere ich nur zu gerne oldschool Death Metal, Tape-Trading und nicht zuletzt die gute, alte Vinyl-Schallplatte. Entsprechend freue ich mich auch immer wieder, wenn eine Band sich entschließt, alten schwedischen oder amerikanischen Helden nach zu eifern und sich musikalisch an Dismember, Nihilist, Morbid Angel oder Cannibal Corpse orientiert. Vorausgesetzt natürlich, dass die Band nicht einfach nur plump versucht bei den bekannten Größen zu kopieren, sondern auch das Feeling genannter Bands erreicht und authentisch klingt. Doch gerade dieser Punkt wird in der trendigen Oldschool-Welle oftmals nicht erreicht.

Nun kommen RAVENS CREED ins Spiel, die ebenfalls auf die alte Schule stehen. Was die Band um Mitglieder von Skyclad, Orange Goblin, Sabbat und Iron Monkey aber von vielen anderen Fans der alten Schule abhebt: Sie stehen auf die erste Welle des Death Metals aus Mitte der 80er. So dürfen als Referenzen die immer wieder gerne genannten Venom, Possessed und Hellhammer herhalten. Ob diese Band nun einem zusagen oder nicht, muss jeder für sich selber entscheiden. Mir persönlich ist dies jedoch eine Nummer zu oldschool, haha!
Auch wenn RAVENS CREED auf ihrem Debüt-Album „Albion Thunder“ kurzweilige und rumplige Songs schreiben, die mit „Peace Through Superior Firepower“ oder „Hail The Warbeast“ zwei echte Saufhits liefern, besitzt das Teil eine sehr kurze Halbwertszeit. Zu schnell nutzen sich die ultra stumpfen Songs ab, als dass man einen langzeitigen Unterhaltungsfaktor rausziehen kann. Für nebenbei bei einem lecker Bier zu hören eignet sich die CD sicherlich ebenso wie Tankard oder alte Sodom Sachen. Doch dies stellt keine wirkliche Daseinsberechtigung für „Albion Thunder“ dar. Da gibt es wesentlich partytauglichere Musik bei Municipal Waste, Finntroll und so weiter.

Kurzum: Diese halbe Stunde Zeitreise ist nicht wirklich schlecht, aber heute allerhöchstens noch etwas für Leute, die ihre Kutte seit über 20 Jahren im Schrank haben und auf oben genannte Vorreiter der extremen Musik stehen.

[rating:3.5]

Infos:
Doomentia Records – 15.07.2009
CD/LP – 12 Lieder / 29:47 Min.