Psilocybe – Psilosophy

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Psilocybe - Psilosophy
PSILOCYBE ist eigentlich eine Gattung von halluzinogenen Pilzen. Wer nun aus dieser Information psychodelischen Rock erwartet, wird sicherlich von „Psilosophy“ bitter enttäuscht. Denn hier gibt es brutal auf die Schnauze mit progressivem Death Metal! Und dennoch hat die polnische Band den Namen nicht ganz ohne Grund gewählt, gleichen manche Passagen auf ihrem ersten Full-Length-Album doch schon etwas einem bösen Drogentrip.
Besonders, wenn manche vertrakten und dissonanten Stellen leicht nach der Spätphase von Gorguts klingen und PSILOCYBE sich auch etwas stilfremden Gitarreneffekten, wie in „To Son“ bedienen. Oder einfach mal klarer Sprechgesang, sowohl von Mann, wie auch Frau über einige ziemlich schräge Taktarten platziert wird. Dann entsteht eine düstere und verworrene Atmosphäre, die dem Album nur zu Gute kommt. Und damit dieser kleine, böse Ausflug in die Welt der Halluzinogene auch ein richtiger Albtraum wird, schaufeln PSILOCYBE gegen Mitte des Albums auch nochmal kräftig Death-Grind in die Mischung und brezeln in „Heed“ oder „Theology“ ordentlich drauf los!
An manchen Stellen könnte man „Psilosophy“ vorwerfen, dass genau wie bei Dead Eyed Sleeper etwas zu sehr mit dem Kopf denn mit Gefühl gearbeitet wurde. Doch im Gesamtbild relativiert sich der Kopfanteil hier recht schnell. Man braucht lediglich ein paar Durchläufe, bis die Teilweise sehr progressiven Songstrukturen und anstrengenden Riffs im eigenen Kopf gezündet haben. Doch dann erscheint die Marschrichtung hinter diesem Trip schon fast logisch! Und bis man zu dieser Einsicht gekommen ist, schaffen es „Carrion Comfort„, „Fallen Corner Twist“ oder „Spelt From Sybil’s Leaves“ direkt im Kopf kleben zu bleiben und für die weiteren Hördurchläufe zu ermutigen! Doch das darf man auch nicht falsch verstehen! Denn PSILOCYBE sind progressiv, dissonant, technisch und benötigen etwas Eingewöhnungszeit. Aber sie sind nicht so anstrengend und konsequent verstörend wie Gorguts oder Ulcerate. Für den einen mag das nun ein Vorteil, für den anderen – wie mich, haha – eher ein Manko sein.
Unter dem Strich ist „Psilosophy“ trotz allem ein sehr guter Einstand geworden, der definitiv Lust auf Mehr macht, Interesse an der weiteren Entwicklung der Band weckt. Die paar Ecken und Kanten, die die Scheibe noch hat, sollen ihr an dieser Stelle nicht zum Nachteil gewertet werden, die albtraumhafte Atmosphäre gewinnt zuweilen sogar etwas dadurch!
Wer sich nun traut, kann über die Homepage der Band das Album kostenlos runterladen und sich auf den Trip begeben!

[rating:5]

Infos:
Eigenproduktion – 2009
CD/MP3 – 8 Lieder / 33:22

http://psilocybe.metal.pl/