Nirvana 2009 – Recordings 89-91

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Nirvana - Recordings
Jeder, der in einer Band spielt oder mal gespielt hat, weiß, wie schwierig mitunter die Namensauswahl sein kann. Wenn man dann einen guten Namen gefunden hat, kommt es nicht selten vor, dass sich eine andere Band genau diesen schon vorher geschnappt hat. Gleiches Schicksal ist vor über 20 Jahren NIRVANA 2002 passiert, die ursprünglich keine Jahreszahl im Namen hatten.

Nun haben NIRVANA 2002, obwohl sie damals nie einen Auftritt gespielt haben, oder ein volles Album veröffentlicht haben, einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den schwedischen Death Metal gehabt. Aus diesem Grund bringt Relapse Records nun eine Chronik über das schaffen des viel zu früh verschiedenen Trios. An dieser Stelle mag man sich zwar nach der Relevanz von knapp 20 Jahre alten Demo-Aufnahmen fragen, doch bekanntlich fahren alte Autos zuweilen auch noch ganz gut. Und so sind die Songs von NIRVANA 2002 richtig gute Death Metal Songs, die auch heute noch authentisch, roh und doch irgendwie charmant wirken! „Morning„, „Slumber„, „Snake“ oder „Further Beyond“ sind einfach richtige Klassiker.

Doch was mir persönlich ein etwas gespaltenes Verhältnis zu „Recordings 89-91“ bereitet, ist die Soundqualität. Der Anfang der Compilation ist richtig gut, „Morning“ wurde 1991 für einen Sampler aufgenommen und sticht entsprechend hervor. Die Lieder vom „Disembodied Spirits„-Demo wurden digital nachbereitet und kommen auf einen relativ guten Klang. Doch das Ausgangsmaterial war auch schon akzeptabel, wie man am Ende der CD hören kann, wo der original Mix auch noch zu finden ist.
Selbst die Qualität der „Promo 91„, die im Sunlight Studio aufgenommen wurde ist gut. Doch dann geht es mehr oder minder steil bergab! Das „Demo 89“ und die „Rehearsal„-Aufnahmen klingen nach dünnem Kassettenrekorder. Erst „In Fell Tongues“ von der 91er Probe klingt wieder etwas brauchbarer, doch „Morning“ in der Live-Aufnahme von 2007 klingt schon wieder sehr dünn und undifferenziert.

Kann man sich bei Material, was fast 20 Jahre auf dem Buckel hat und meist von Kassetten stammt eigentlich über die Soundqualität beschweren? Nun, eigentlich ja nicht. Doch man kann sich fragen, ob man heute, in Zeiten von digitalen Aufnahmen sich den teilweise schlechten Klang selber anhören möchte.
Hätte es besser gefunden, wenn der erste Teil der Recordings zum Low-Budget erschienen wäre. So muss man in die Tasche langen, als ob es eine vollwertige CD ist, und bekommt ab der zweiten Hälfte eigentlich nur tonlich niederqualitatives Material. Doch ich will nicht meckern! Als Komplettist und Fan der alten Schwedenschule ist „Recordings 89-91“ ein super Füller für den leeren Fleck in der chronistischen CD-Sammlung!

Keine Wertung, da Best-Of/Compilation

Infos:
Relapse Records – 18.11.2009
CD – 15 Lieder/ 47:49 Min.